Instagram-Model inszeniert Fake-Tschernobyl-Fotoshooting: „Absolut respektlos”

Eine Instagram-Influencerin entschuldigte sich öffentlich, nachdem sie Pripyat als Location für ihre glamourösen Fotos angegeben hatte. Dabei handelt es sich um die Stadt in der Ukraine, die 1986 durch die Tschernobyl-Katastrophe zerstört worden war. (Foto: Getty Images)

Eine Instagram-Influencerin entschuldigte sich öffentlich, nachdem sie Pripyat als Location für ihre glamourösen Fotos angegeben hatte. Dabei handelt es sich um die Stadt in der Ukraine, die 1986 durch die Tschernobyl-Katastrophe zerstört worden war.

Ein Instagram-Model muss harsche Kritik einstecken, weil sie sich halbnackt an einem Ort ablichten ließ, der aussieht wie Tschernobyl. Die Influencerin setzte zudem auf einem ihrer Fotos die Ortsmarkierung „Pripyat, Ukraine“. Dabei handelt es sich um die Stadt am 1986 explodierten Tschernobyl-Reaktor.

Veronika Rocheva (23) gelangte letzte Woche zu zweifelhafter Internet-Berühmtheit, nachdem sie provokante Aufnahmen von sich auf Instagram veröffentlicht hatte, auf denen sie spärlich bekleidet in einem zerfallenen Gebäude posierte. Sie war oben ohne, nur mit einem weißen String und einem durchsichtigen Schutzanzug bekleidet. Sie enthüllte außerdem ihr Dekolleté und posierte dabei mit einer Gasmaske.

Rocheva gab als Ort für das Fotoshooting fälschlicherweise die ukrainische Stadt Pripyat an – der Ort, an dem 1986 der Atomreaktor von Tschernobyl explodiert war.

Viele Instagram-User waren der Meinung, dass es unangemessen sei, am Ort der nuklearen Katastrophe nackt zu posen. Andere wiesen auf die Gefahr von radioaktiver Strahlung hin.

„WTF? Tschernobyl ist ein Ort der Tränen, des Schmerzes und der Angst. Wie kann jemand Fotos an einem Ort machen, an dem Menschen all ihre Hoffnung auf eine Zukunft verloren haben?“, schrieb ein Instagram-User.

„Absolut respektlos“, fügte ein anderer Nutzer hinzu. „An einem Ort, and dem so eine Tragödie stattgefunden hat, herumzulaufen und Nacktfotos von sich zu machen. Zeig etwas Respekt, Mädchen.“

„Es ist ja absolut in Ordnung, dass du deinen Körper zeigst. Er gehört dir und du kannst damit machen, was du willst. Aber das hier ist einfach der FALSCHE Ort für sowas. Total respektlos aus ganz vielen Gründen... wie kannst du annehmen, dass so etwas akzeptabel ist? Tausende von Menschen sind damals gestorben“, kommentierte ein Nutzer.

Rocheva gab daraufhin zu, dass sie die Fotos gar nicht in Pripyat aufgenommen hatte. „Tatsächlich waren wir noch nicht einmal in Pripyat, wir haben das Shooting in einer verlassenen Location in Nowosibirsk gemacht“, erzählte sie dem Portal !Life.ru”. „Wir wollten in keinster Weise Menschen verletzen oder beleidigen, die solch eine fürchterliche Tragödie erleben mussten. Wir respektieren die Geschichte Tschernobyls.“

In den letzten Wochen kursierten im Internet vermehrt Fotos, auf denen Instagram-Nutzer den Ort des Reaktorunglücks als Aufenthaltsort markierten – was weltweit für Empörung sorgte. Viele kritisieren den mangelnden Respekt für eine Tragödie historischen Ausmaßes. Die Gesamtanzahl der Opfer, die durch den Reaktorunfall von Tschernobyl ums Leben gekommen sind, wird laut der US-Zeitschrift „Time“ auf 4.000 bis 90.000 Menschen geschätzt.

Die Gegend ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden und die aktuelle HBO-Miniserie „Chernobyl“ hat außerdem ihren Teil zu dem gesteigerten öffentlichen Interesse beigetragen. Am 11. Juni wandte sich Craig Mazin – der Schöpfer der Serie – über Twitter an die Fans der Serie, um ihnen respektvolles Verhalten nahezulegen.

„Es ist wundervoll, dass #ChernobylHBO eine Welle des Tourismus in der Sperrzone ausgelöst hat“, schrieb Mazin. „Aber ja, ich habe die Fotos gesehen, die im Umlauf sind.Wenn ihr dort hinreist, vergesst bitte nicht, dass sich hier eine fürchterliche Tragödie zugetragen hat. Zeigt Respekt für all diejenigen, die gelitten haben und Opfer bringen mussten.“

Megan Johnson