Investoren schreiben Brandbrief an René Benko – und fordern den Österreicher zum Rückzug aus der Signa Gruppe auf

Ob René Benko sich aus der Signa Gruppe tatsächlich zurückziehen wird, bleibt abzuwarten. - Copyright: picture alliance/dpa | XAMAX
Ob René Benko sich aus der Signa Gruppe tatsächlich zurückziehen wird, bleibt abzuwarten. - Copyright: picture alliance/dpa | XAMAX

Der Immobilien-Unternehmer und Chef der kriselnden Signa Gruppe René Benko musste am Donnerstagabend einen weiteren Rückschlag einstecken: In einem privaten Schreiben haben ihm mehrere seiner Investoren das Vertrauen entzogen. Insgesamt fünf bekannte Unternehmer fordern den Österreicher im Brief auf, sich aus der Führung der Signa Gruppe zurückzuziehen und seine Stimmrechte abzugeben, berichtete unter anderem das "Handelsblatt".

Unterzeichner des persönlichen Briefs, der mit den Worten "Lieber René" beginnt, sind unter anderem der Fressnapf-Gründer Torsten Toeller und der Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner. Auch Lindt & Sprüngli-Verwaltungsratspräsident Ernst Tanner, Kaffee-Unternehmer Arthur Eugster und die Unternehmerin Julia Dora Koranyi-Arduini sind Teil des Benko-Briefs. Nicht als Unterzeichner genannt sind die Berater-Legende Roland Berger und der Unternehmer und HSV-Mäzen Klaus-Michael Kühne.

Es fehle "jede Grundlage für eine vertrauensbasierte Zusammenarbeit"

Zwar stand Benko schon in den vergangenen Tagen für fehlende Transparenz in der Kritik, doch im Brandbrief wurden die Investoren nochmal deutlicher. Sie schreiben, es fehle ihnen mittlerweile "jede Grundlage für eine vertrauensbasierte Zusammenarbeit".

Nur bei einem sofortigen Rückzug Benkos sei ein "Krisenmanagement [...] zur Rettung der Gruppe" möglich, schreiben die Investoren. Zuvor waren viele der Signa-Bauprojekte, wie der Elbtower in Hamburg, das Carsch-Haus in Düsseldorf oder das Sportarena-Areal in Stuttgart, ins Stocken geraten. Doch ob sich Benko so einfach zu einem Rückzug überreden lässt?

Das Problem aus Investoren-Sicht: Die organisatorischen Strukturen der Signa Gruppe seien eng verwoben und wirkten wie auf Benko zugeschnitten. Zwar ist er auf dem Papier nur Vorsitzender des Beirats, doch er hält noch immer einen Großteil an der Gruppe.

Arndt Geiwitz soll als Treuhänder übernehmen

Die Unterzeichner fordern jedoch nicht nur den Rückzug von Benko, sondern haben auch schon einen – zumindest temporären – Nachfolger im Blick. Die Gesellschafter schlagen den Sanierungsexperten Arndt Geiwitz als Treuhänder vor.

Geiwitz war zuvor von René Benko selbst als Berater zur Signa geholt worden. Aktuell hat er jedoch noch kein offizielles Mandat. Doch der Sanierungsexperte Geiwitz sei dabei, sich einen Überblick zu verschaffen, teilte Signa mit. Es heißt, Geiwitz würde momentan eine vermittelnde Rolle zwischen den Investoren und Benko einnehmen, denn die Kommunikation sei wohl verfahren.

"Benko redet mit uns nicht mehr", wird ein Gesellschafter vom "Handelsblatt" zitiert.

LW