Ist J.K. Rowling transphob?

J.K. Rowling ist in die Kritik geraten, weil sie sich für eine Frau eingesetzt hat, die aufgrund der Aussage gefeuert wurde, dass das biologische Geschlecht „unantastbar“ sei.

Harry Potter-Autorin J.K. Rowling ist mitten in eine hitzige Diskussion bei Twitter geraten, nachdem sie öffentlich für eine britische Frau eingetreten war. Diese hatte vor kurzem ihren Job verloren, da sie ihre Einstellung über das Geschlecht der Menschen geteilt hatte, nämlich, dass es ein unantastbarer, biologischer Fakt sei.

Kleide dich so, wie du möchtest.

Nenn dich, wie du möchtest.

Schlaf mit jedem Erwachsenen, der es möchte.

Lebe dein bestes Leben in Frieden und Sicherheit.

Aber Frauen entlassen, weil sie sagen, dass Geschlechter real sind? #IstandWithMaya #ThisIsNotADrill

Kleide dich so, wie du möchtest. Nenn dich, wie du möchtest. Schlaf mit jedem Erwachsenen, der es möchte. Lebe dein bestes Leben in Frieden und Sicherheit. Aber Frauen entlassen, weil sie sagen, dass das Geschlecht real ist?“, schrieb Rowling am Donnerstagmorgen.

Der Tweet gefiel schnell über 41.000 Nutzern und mehr als 17.000 kommentierten.

Sie beendete ihren Tweet mit den Hashtags #ThisIsNotADrill und #IstandWithMaya (ich stehe hinter Maya) – der letztere bezog sich auf den Fall von Maya Forstater, die Frau im Zentrum der Kontroverse.

Die Kontroverse über die Definition von Geschlechtern

Maya Forstater (links) hat ihren Einspruch vor Gericht wegen ihrer Anti-Trans-Ausdrucksweise verloren. Foto: Facebook/maya.forstater

Maya hat ihren Job als Forscherin verloren, nachdem ein Gericht entschieden hatte, dass ihre Meinungen zum biologischen Geschlecht „absolutistisch“ seien. Die 45-jährige war im Zentrum für Globale Entwicklung (Centre of Global Development, CGD) beschäftigt, das sich gegen Armut und Ungleichheit einsetzt.

Berichten zufolge war ihr Arbeitsvertrag im März nach einem Streit über ihre Tweets nicht verlängert worden. Sie hatte behauptet, dass Transgender-Frauen ihr biologisches Geschlecht nicht ändern können. Sie äußerte sich außerdem gegen Vorschläge der Regierung, das Gesetz zur Anerkennung des Geschlechts zu reformieren. Dadurch wäre es künftig möglich, sein Geschlecht selbst festzulegen.

Am Mittwoch urteilte Richter James Taylor, dass die Ansichten der Forscherin „nicht die schützenden Eigenschaften eines philosophischen Glaubens“ hätten. In Antwort auf das Urteil am Mittwoch twitterte sie: „Ich habe Schwierigkeiten, den Schock und Unglauben in Worte zu fassen, den ich empfinde, nachdem ich das Urteil gelesen habe.“

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Für die 45-Jährige ist klar: „Mein Glauben, wie ich es in meiner Zeugenaussage geäußert habe, ist, dass das Geschlecht ein biologischer Fakt ist und daher unantastbar ist“, erklärte sie weiter auf einer CrowdJustice-Spendenseite. “Es gibt zwei Geschlechter: männlich und weiblich. Männer und Jungen sind männlich. Frauen und Mädchen sind weiblich. Es ist unmöglich, das Geschlecht zu ändern. Dies gehörte bis vor kurzem zum Allgemeinwissen von fast jedem.“

„Wie ich bei meiner Verhandlung gesagt habe: Ich werde aus Höflichkeit die bevorzugten Pronomen verwenden und ich setze mich für Menschenrechte ein. Jeder sollte die Freiheit haben, sich auszudrücken, sich von Gender-Stereotypen zu befreien und ein Leben ohne Gewalt, Belästigung oder Diskriminierung zu leben. Aber deshalb muss man nicht Menschen die Freiheit nehmen, deutlich über objektive Realität zu sprechen oder über vorgeschlagene Gesetzesänderungen und Regierungspolitik zu diskutieren.“

Forstater war definitv begeistert von Rowlings Reaktion auf das Urteil, die gerade in aller Munde ist.

OMG! Wir sind gerade alle am Weinen. Mehr habe ich mir nicht zu Weihnachten gewünscht.

Einige wütend über die “transphobe” Einstellung

Aber Rowlings Statement zog auch viel Ärger auf sich. Transgender-Aktivisten und andere Unterstützer schossen gegen die Autorin zurück und bezeichneten sie abwertend als TERF – eine Transgender ausschließende radikale Feministin.

Seit dem Tweet ist der Satz „JK Rowling ist eine TERF“ schon etliche Male auf Twitter gefallen.

Charlotte Clymer, Pressesprecherin für die gemeinnützige Organisation “LGBTQ Human Rights Campaign” schaltet sich bei Twitter in die Diskussion ein: “Tatsächlich validiert die Weltgesundheitsorganisation – und zahllose andere medizinische Institutionen – Transmenschen in ihrer wahrhaftigen Geschlechteridentität. Es ist ziemlich offensichtlich, dass du nichts von der Trans-Gemeinschaft oder der Wissenschaft, die im Spiel ist, verstehst. Das ist absolut traurig.“

Jemand anderes teilte: „Das traurigste ist, dass die Frau, die Millionen von Kindern dazu inspiriert hat, gut zueinander zu sein, zueinander trotz Unterschieden zu stehen und sich gegen die zu erheben, die versuchen uns zu unterdrücken, sich nun selbst als engstirnig entpuppt. Gut gemacht.“

Es war nicht das erste Mal, dass Rowling vorgeworfen wird, transphob zu sein. Vor allem Harry-Potter-Fans, die als Kinder in die Fantasiewelt von Rowlings Bücher flüchteten, sind von der Autorin enttäuscht:

Es ist unglaublich enttäuschend so etwas von jemandem zu lesen, deren Bücher sich so für Güte einsetzen. Frau Forstater kann denken, was sie will, aber sie hat nicht das Recht anzunehmen, dass Arbeitgeber immer damit einverstanden sein müssen. Auch Trans-Menschen müssen arbeiten gehen.



Ich bin als Trans-Kind aufgewachsen und habe deine Bücher als Zuflucht gelesen. Ich habe mir oft Namen der Figuren ausgesucht und mich selbst danach benannt, bevor ich mich jemals damit wohlgefühlt habe, wer ich bin. Diese Entscheidung, für Menschen einzustehen, die mich hassen und die mir schaden wollen. Das treibt mir die Tränen in die Augen. Warum. Warum?

Mir als schwulem Mann, für den in seiner Kindheit Hogwarts der sicherste Ort war, bricht es das Herz, zu wissen, dass Trans-Menschen nicht dieselbe Art von Sicherheit haben dürfen.

Ich bin nicht hier, um JK Rowling zu entmenschlichen und die Wut der Massen zu schüren. Ich bin einfach hier, um zu informieren und zu bilden. Trans-Rechte sind Menschenrechte und Trans-Frauen sind Frauen. Weißer Feminismus weist außerdem manchmal Überschneidungen mit dem Ausschluss von Transmenschen oder mit weißer Vorherrschaft auf, was einfach ungerecht ist.

Andere setzen sich für “Frauenrechte” ein

Dennoch traten auch einige für Rowling ein. Etwa die Journalistin Hadley Freeman, die antwortete: „Danke, JK Rowling“.

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Währenddessen schrieb die feministische Autorin Julie Bindel: „DU BIST EINFACH GROSSARTIG.“ Andere teilten ähnliche Nachrichten, in denen sie sich sowohl für Rowling als auch für Forstater einsetzten.



DU BIST TOLL!

Gut ausgedrückt, JK Rowling. Diese Art von Kultur muss verschwinden und 99% der Bevölkerung sollten nicht ihr Verhalten anpassen müssen, um nicht die 1% der Bevölkerung zu beleidigen, die einfach lächerlich sind.

Das gewinnt definitiv den Hauspokal! Danke, dass du dich dazu geäußert hast.

Danke JK Rowling! Ich hoffe, die Presse berichtet darüber als einen Appell an die RECHTE der Frauen, und nicht als Anti-Trans-Bullshit.

Amy Johnson

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