So trieb Jamie Oliver seine Restaurantkette in den Ruin

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Jamie Oliver war einer der ersten Köche, die im Fernsehen Karriere gemacht haben. Und obwohl seine TV-Show in Deutschland nicht so populär ist wie in Großbritannien, kaufen die Deutschen dennoch seine Kochbücher. Doch jetzt wird sein Erfolg von einem Skandal überschattet. Angeblich hat der Starkoch sich und seiner Frau kurz vor dem Kollaps seines riesigen Restaurant-Betriebes mehr als fünf Millionen Pfund (rund 5,6 Millionen Euro) auszahlen lassen.

Jamie Oliver ist unter dem Spitzname "The Naked Chef" berühmt geworden. (Bild: Reuters)

1.000 Mitarbeiter hatten ihre Jobs verloren, als Olivers Restaurant-Imperium im Mai Insolvenz anmelden musste. 22 seiner 25 Restaurants wurden geschlossen. Kreditgeber fürchten, insgesamt mehr als 93 Millionen Euro zu verlieren. Ein Mitarbeiter erhob damals schwere Anschuldigungen gegen Oliver und sein Management und sagte, der Starkoch sei geldgierig geworden.

Bitter: Jamie Oliver meldet Insolvenz seiner Restaurantkette an

Diese These bekommt nun neues Futter. Der “Mirror” berichtet, dass sich Oliver und seine Ehefrau Jools noch 2018, also kurz vor dem Zusammenbruch, umgerechnet 5,6 Millionen Euro an Dividenden ausgezahlt haben sollen. Bankauszüge sollen das belegen. Die letzten Kontoaktivitäten beträfen verschiedene Bereiche wie etwa Bildrechte – aber nicht die Restaurants.

In den Schaufenstern der Oliver-Restaurants prangt eine knappe Mitteilung des Insolvenzverwalters. (Bild: Getty Images)

Jamie Oliver betont, er sei nicht bankrott

Jamie Oliver selbst wollte sich zu den aktuellen Dividenden-Vorwürfen nicht äußern. Laut englischen Medienberichten soll der fünffache Vater allerdings um die 28 Millionen Euro aus seinem eigenen Besitz verloren haben, als er versucht hatte, seine Restaurants zu retten.

Ein Fleischfresser als Veggie: Jamie Olivers neue Pfade

"Ich bin nicht bankrott", sagte er gegenüber “W&V“. Die anderen Teile seines Imperiums seien von der Insolvenz nicht betroffen. Er habe “wirklich alles“ versucht, um seine Restaurants zu retten, beteuerte er und ergänzte: "Aber das derzeitige wirtschaftliche Klima hier ist eben alles andere als gut. Hohe Kosten und Mieten, gesunkenes Verbrauchervertrauen, nicht zuletzt durch den Brexit. Und dann die Digitalisierung des Essens, das Bestellen per Knopfdruck. Alles keine guten Voraussetzungen. Vielleicht hatten wir auch einfach zu viele Restaurants mit zu wenig Kunden."

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