„Jede abgebildete Jeans ist Größe 38“: Diese Frau beweist einen wichtigen Aspekt bei Kleidergrößen

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Der Post einer Britin ging viral, nachdem sie die sehr realen Probleme beim Kauf von Damenbekleidung gekonnt illustriert hatte.

Anfang dieses Monats veröffentlichte Chloe Martin einen Tweet, um die Größenunterschiede zwischen fünf verschiedenen Paar Jeans, die alle mit der UK-Größe 12 (deutsche Größe 38) bezeichnet waren, hervorzuheben.

Die 18-jährige aus Glasgow, Schottland, teilte ein Foto der Hosen, die jeweils deutliche Größenunterschiede aufwiesen.

„Falls Sie sich jemals gefragt haben, warum die Konfektionsgrößen bei Frauen so viel Frust verursachen“, schrieb sie zu dem Foto: „Jede Jeans auf diesem Foto ist eine Größe 38.“


Falls Sie sich jemals gefragt haben, warum die Konfektionsgrößen bei Frauen so viel Frust verursachen. Jede Jeans auf diesem Foto ist eine Größe 38.

Tausende von Frauen reagierten zustimmend auf Martins Tweet – er wurde mehr als 100.000 Mal geretweetet und erhielt mehr als 250.000 Likes.

Die Größenabweichung unterstreicht die Methode des Vanity-Sizing, bei der Bekleidungsunternehmen absichtlich eine kleinere Größe angeben, um das Selbstwertgefühl des Verbrauchers zu stärken und letztendlich den Verkauf zu fördern.

Da das Durchschnittsgewicht der Amerikanerin von 63,5 kg im Jahr 1960 auf etwa 76,7 kg im Jahr 2014 anstieg, haben die Marken ihre Größen entsprechend angepasst. Die verstärkte Nutzung des sogenannten Vanity-Sizing und die Kennzeichnung von Kleidungsstücken mit kleineren Größen führte auch dazu, dass am Ende kleinere Größen für schlankere Frauen eingeführt wurden: Die 0 und die 00.

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Das ist tragisch, ein Paar ist eine Größe 4 und ein Paar ist eine Größe 10…kein Unterschied.

Obwohl es absurd scheint, haben Studien gezeigt, dass das Vanity-Sizing funktioniert – und das hängt mit der ungesunden Kommunikation des „idealen“ Körpertyps und dem Wunsch nach einem schlankeren Körper zusammen.

Im Jahr 2011 ergab eine Studie zu den Auswirkungen von Vanity-Sizing, dass Frauen ein positiveres Selbstbild hatten, wenn sie in Kleidung mit kleineren Größen passten. Die Studie, die im Journal of Consumer Psychology veröffentlicht wurde, stellt fest, dass die Größenkennzeichnung durch Vanity-Sizing eine einfache Methode ist, um die Kluft zwischen ihnen und dem „Schönheitsideal“ zu überbrücken.

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Mein Partner hat kürzlich Jeans aus dem Internet bestellt, sie wurden geliefert, er probierte sie an, sie saßen perfekt. Ich wunderte mich: „Woher wusstest du, welche Größe du bestellen musst?“ – Seine Antwort: „Ich habe meine normale Größe bestellt.“

Die Hosengrößen sind bei Frauen im Vergleich zu den Männern SO willkürlich. Männer: „Ich bin ein 34 * 34“. Frauen: „Ich habe Größe 28 bei Levi, 28 bei American Eagle, 12 bei H & M und 6 bei J.Crew.“

Unabhängig davon, ob Marken Vanity-Sizing einsetzen oder nicht – sie gewinnen in jedem Fall. Eine separate Studie von 2014 hat gezeigt, dass Verbraucher, die nicht in ihre „normale“ Größe passen oder aufgrund von Größenunterschieden gezwungen sind, eine größere Größe zu kaufen, letztendlich mehr Artikel kaufen, um ihr Selbstwertgefühl wiederherzustellen.

Dieselbe Studie zeigte auch, dass negative Gefühle gegenüber einer Marke entstehen, wenn die Kunden in dem Geschäft eine größere Größe kaufen müssen – dies kann sich auf zukünftige Verkäufe auswirken.

Martins Beitrag und die zurzeit im Trend liegenden Try-On-Videos auf YouTube, die von Millionen von Nutzern angesehen werden, erinnern die Kunden daran, dass sie ihre Gefühle gegenüber ihrem Körper oder ihr Selbstwertgefühl nicht von unterschiedlichen Kleidergrößen abhängig machen sollten.

Man darf nicht vergessen, dass Mode ein Geschäft ist, wie jedes andere – am Ende geht es für das Unternehmen nur um den Gewinn.

Elizabeth Di Filippo