Joe Biden bringt Michelle Obama für Vize-Präsidentschaft ins Spiel

Der ehemalige Vizepräsident Joe Biden kennt die Stelle genau, für die er jetzt einen bekannten Namen ins Spiel gebracht hat. (Foto: AP Photo / Nati Harnik)

Auf einer kleinen Wahlkampfveranstaltung in Iowa hat Joe Biden am Dienstag einen Vorschlag für die Vizepräsidentschaft an seiner Seite gemacht, der seither hohe Wellen schlägt. Doch ob es ihm tatsächlich ernst ist, daran darf gezweifelt werden.

Gut neun Monate vor der Präsidentschaftswahl in Amerika geht die Suche der Demokratischen Partei nach einem Herausforderer für den amtierenden Präsidenten Donald Trump in die heiße Phase. Laut Umfragen ist neben Elizabeth Warren und Bernie Sanders einer der vielversprechendsten Kandidaten zu diesem Zeitpunkt Barack Obamas einstiger Vizepräsident Joe Biden. Der hat nun auf einer Wahlkampfveranstaltung am Dienstag in Muscatine, einer Stadt im Bundesstaat Iowa, eine nicht ganz unbekannte Personalie für die nächste Vizepräsidentschaft ins Spiel gebracht: die ehemalige First Lady Michelle Obama.

Michelle Obama als mögliche Vizepräsidentin? (Bild: Jim Bennett/Getty Images)

„Ich mache nur einen Witz“

In einem Youtube-Clip, den die Zeitung „The Hill“ hochgeladen hat, ist die Situation zu sehen. Darin wird Biden gefragt: „Würden Sie erwägen, Obama für einen Sitz am Obersten Gerichtshof vorzuschlagen?“

Darauf antwortet Biden: „Ja. Aber ich denke nicht, dass er es machen würde...“

Der Fragesteller, der in dem Clip nicht zu sehen, unterbricht Biden daraufhin. Er sagt: „Zweite Frage: Welche oder welchen Obama überhaupt?“

Woraufhin kurzes Gelächter im Raum aufkommt, weil Biden offensichtlich Michelle Obama gar nicht als Möglichkeit in Betracht gezogen hatte. Biden grinst und nickt anerkennend. Dann sagt er: „Ich würde mir viel mehr wünschen, dass Michelle Vizepräsidentin wird.“ Biden schickt ein kurzes Lachen hinterher, was an der Ernsthaftigkeit der Aussage zweifeln lässt.

Dennoch: Biden hat schon einmal mit der Personalie Michelle Obama als “Running Mate”, also als Vizepräsidentin an seiner Seite, kokettiert. Das war im September vergangenen Jahres in der Talkshow „Late Show with Stephen Colbert“. Da antwortete er auf die Frage, ob er Michelle um Rat bitten würde: „Ich würde Sie nur fragen, Vizepräsidentin zu werden.“ Und direkt danach: „Ich mache natürlich nur einen Witz.“

Dennoch erhielt Biden in der Talkshow für seine Aussage großen Applaus. Und auch jetzt erfährt die Erwähnung Michelle Obamas große Medien-Aufmerksamkeit. Und genau das steckt wohl auch dahinter: Biden nutzt die große Beliebtheit Michelle Obamas für sich aus. Er weiß, ihre Vizepräsidentschaft würde ihm in dem engen Kopf-an-Kopf-Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur mit Sicherheit gut tun. Laut dem britischen Meinungsforschungsinstitut „Yougov“ war Michelle Obama 2019 die „am meisten bewunderte Frau“ der Welt.

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Nicht mehr als Wahlkampf-Taktik?

Und nicht nur das: Wie die „Bild“ schreibt, wollten vergangenes Jahr 25 Prozent der demokratischen Parteianhänger und Parteianhängerinnen noch, dass Michelle Obama selbst als Präsidentschaftskandidatin antritt. Doch sie lehnte ab. Mit ihr an seiner Seite könnte Biden vermutlich mehr afroamerikanische und weibliche Wähler auf seine Seite ziehen. Was wohl der Hauptgrund ist, wieso er sie immer wieder ins Spiel bringt. Doch solange Michelle Obama nicht tatsächlich eine Vizepräsidentschaft in Erwägung zieht, sind Bidens Aussagen im Hinblick auf die ehemalige First Lady nichts weiter als Wahlkampf-Taktik.