Eine Künstlerin ließ 6 Stunden alles mit sich machen – das Experiment zeigt die dunkle Seite des Menschen

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Die serbische Künstlerin Marina Abramovic zeigte im Jahr 1974 mit ihrem erschütternden Experiment “Rhythm 0” die Abgründe des Menschen.

Sie stellte sich für sechs Stunden starr in einen Raum und ließ das Publikum alles mit sich machen. Ein Video dokumentiert die Geschehnisse teilweise.

In dem Raum stand ebenfalls ein Tisch mit unterschiedlichen Requisiten. Neben Rosen, Trauben und Federn lagen dort auch noch eine Pistole, Messer und Rasierklingen.

Die ersten Stunden waren noch harmlos

Die ersten Stunden seien harmlos gewesen, erzählte Abramovic später. Das Publikum gab ihr Rosen in die Hand und küsste sie zärtlich auf die Wangen. Nach und nach trauten sich die Teilnehmer dann immer mehr. Sie legten die Frau auf einen Tisch und platzierten Messer zwischen ihre Beine.

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Marina Abramovic erinnert sich an die letzten zwei Stunden: "Ich fühlte mich vergewaltigt, sie schnitten mir die Kleidung vom Leib, sie drückten mir Rosendornen in den Bauch, zielten mit einer Pistole auf meinen Kopf."

Abramovic: "Ich fühlte mich vergewaltigt"

Zum Verlauf gibt es allerdings widersprüchliche Aussagen. Teilnehmer berichten, dass sich zwei Gruppen gebildet hätten – eine "Aggressor-Gruppe" und eine "Beschützer-Gruppe".

Nachdem jemand die Pistole auf die Künstlerin gerichtet hatte, soll es zu einem Gerangel zwischen beiden Parteien gekommen sein.

Doch sobald die sechs Stunden vorbei waren, beachtete das Publikum die Künstlerin plötzlich nicht mehr. Die Teilnehmer schämten sich.

Das Publikum verschwand stillschweigend

Niemand schaute der Künstlerin in die Augen, die Menschen liefen stillschweigend aus dem Raum. “Die Leute wollten nicht mit mir als eigenständige Person konfrontiert werden”, erzählt die Künstlerin. Dieses Experiment habe sie sehr geprägt.

Es zeigt, wie schnell Menschen hemmungslos und gewalttätig werden können, sofern man ihnen eine Bühne bietet.

Abramovic ist noch heute als Künstlerin tätig. Mit ihrer Organisation “Marina Abramovic Institute” unterstützt sie auch andere Kunstprojekte.

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