Kalt, warm, wieder kalt: Wie wirken sich große Temperaturschwankungen auf das Befinden aus?

Ann-Catherin Karg
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

In diesem Februar ist wirklich alles drin. Nach dicken Minusgraden waren die Temperaturen am Wochenende vielerorts frühlingshaft, doch schon Anfang März könnte der nächste Dämpfer kommen. Das Hin und Her macht vielen Menschen zu schaffen, doch wie wirken sich die starken Temperaturunterschiede wirklich auf den Körper aus?

Große Temperaturunterschiede können sich auf den menschlichen Körper auswirken. (Symbolbild: Getty Images)
Große Temperaturunterschiede können sich auf den menschlichen Körper auswirken. (Symbolbild: Getty Images)

Bei vielen Menschen dürfte das sonnige, für Februar außergewöhnlich warme Wetter mit Temperaturen von bis zu 20 Grad vor allem Glücksgefühle auslösen. Der lange, harte Lockdown-Winter scheint vorbei, die Sonne auf der Haut fördert die Produktion des Glückshormons Serotonin, Bewegung an der frischen Luft bringt den Kreislauf in Schwung und dazu zwitschern die Vögel. Herrlich!

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Jedem Zweiten macht der Wetterwechsel zu schaffen

Auf der anderen Seite sorgt das wechselhafte Wetter bei vielen Menschen auch für ein Unwohlsein. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Kreislaufprobleme und Schlafstörungen sind häufige Beschwerden, die mit dem Wetter in Verbindung gebracht werden. Laut verschiedener Umfragen unter anderem des Deutschen Wetterdienstes (DWD) geben rund 50 Prozent der Deutschen an, wetterfühlig zu sein. Eine Krankheit ist das aber nicht und auch vom DWD heißt es, dass Wetterwechsel an sich nicht krank machen.

Vorerkrankungen sind ein Risikofaktor

Trotzdem hat vor allem die Temperatur durchaus direkte Auswirkungen auf den Körper. Bei höheren Temperaturen weiten sich die Blutgefäße, was bei Migränepatienten einen Anfall auslösen kann. Temperaturstürze dagegen sind vor allem für eine andere Gruppe von Menschen gefährlich: Raucher, Übergewichtige, Diabetiker und Menschen mit Bluthochdruck haben ein höheres Risiko für geschädigte Blutgefäße. 

Bei ihnen steigt das Schlaganfallrisiko bei einem Temperatursturz von drei Grad um 11 Prozent, bei einem Abfall von sechs Grad sogar um ganze 20 Prozent, schreibt der NDR in einem Beitrag. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, das Herz muss stärker pumpen, um den Widerstand zu überwinden, die Folge können ein Schlaganfall oder auch ein Herzinfarkt sein.

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Gegen leichte Beschwerden hilft Abhärten

Abgesehen von solch schwerwiegenden Folgen bei Vorerkrankten gibt es für Wetterfühlige einfache Methoden, um den eigenen Körper weniger anfällig für Temperatur- und Luftdruckwechsel zu machen. Gegenüber Yahoo! Deutschland sagte der Umweltmediziner und Klimatologe Dr. Johannes Naumann einmal: "Vorsorge und Therapie bestehen aus denselben Maßnahmen. Sich den Reizen bewusst auszusetzen und dadurch einen Trainingseffekt zu erzielen.“ 

Dieser Effekt ließe sich relativ schnell und leicht zum Beispiel dadurch erreichen, dass man sich nicht immer in die dickste Jacke einpackt, sondern lieber eine dünnere wählt und die Kälte dann durch Bewegung ausgleicht. Ebenfalls hilfreich sind Saunagänge mit anschließender Abkühlung unter der Dusche oder an der frischen Luft und Ausflüge in die Berge, bei denen der Körper mit mehr Kälte und einem anderen Luftdruck konfrontiert wird.

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