Kampf gegen Kleingeld: Supermärkte setzen auf Münzautomaten

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 2 Min.

In immer mehr Supermärkten finden sich Münzautomaten, an denen die Kunden ihr Kleingeld loswerden können. Das Angebot ist praktisch, aus Kundensicht hat es aber auch mindestens einen Nachteil.

Symbolbild: Getty Images
Symbolbild: Getty Images

Kleingeld kann in den Supermärkten lästig sein, auch weil es den Zahlungsverkehr aufhält. Mit diversen Mitteln versuchen die Händler daher, die Kunden vom Barzahlen vor allem mit Münzen abzubringen. Digitale Zahlmethoden sind eine Lösung. Eine andere sind Münzautomaten, die in immer mehr Märkten zum Einsatz kommen.

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Und so funktioniert die neue Dienstleistung in den Filialen: Die Kunden drücken am Münzautomaten auf die Starttaste und legen dann das Kleingeld aufs Tablet. Für die akzeptierten Münzen erhalten sie einen Wert-Bon, den sie an der Kasse zu Bargeld machen oder mit dem Einkauf verrechnen lassen können.

Tendenz steigend

Wie Watson mit Verweis auf die Lebensmittelzeitung berichtet, setzen immer mehr Supermärkte auf dieses Angebot. "Ende 2021 werden laut Plan rund 1300 unserer Geräte bei Lebensmittelhändlern auf der Fläche stehen", zitiert das Magazin den Managing Director Germany von Coinstar, Andreas Sprinkler.

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In Deutschland beliefert das US-Unternehmen unter anderem den Lebensmittelhändler Real, wo sich aktuell 258 von insgesamt 854 Automaten im Einsatz befinden. Auch Edeka und Rewe bauen den Service stetig aus, hier sollen im Laufe des Jahres knapp 450 Geräte hinzukommen, heißt es.

Win-Win-Win-Situation?

Kaufland ist ebenfalls auf den Zug gesprungen, denn mit den 92 Filialen von Real übernimmt der Lebensmittel-Einzelhändler auch dessen Münzautomaten. "Wir werden die Nachfrage einige Monate beobachten und dann entscheiden, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang wir sie an weiteren Standorten im Bestandsfilialnetz integrieren", sagt der Konzern.

Viel verlieren können die Händler bei der Dienstleistung nicht, das jedenfalls ist die Ansicht von Coinstar. "Von Händlerseite sind keine Investitionen nötig", sagt Firmenmanager Sprinkler. Und dank der Umsatzbeteiligung rechneten sich die Geräte für die Betreiber auch kaufmännisch.

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Für die Kunden hat das Angebot neben den Pros auch mindestens ein dickes Kontra. Die Automaten sind einfach zu bedienen. Man gibt dem Gerät Münzen und bekommt dafür einen Bon. Fertig. Den Nachteil aus Kundensicht hat Sprinkler mit dem Wörtchen "Umsatz" schon angedeutet: Von dem Geld behält der Automat eine Gebühr von 9,9 Prozent ein.

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