Kann Speiseöl schlecht werden?

Wer vor ein paar Monaten zum vermeintlich guten Preis ganze Kartons voller Speiseöl gekauft hat, sollte jetzt aufmerksam mitlesen: Daran erkennt man, ob Speiseöl schlecht geworden ist.

Sonnenblumenöl im Supermarktregal
Zum Glück gibt es in allen Läden wieder Öl zur Genüge – allerdings zu einem hohen Preis. Umso wichtiger, dass man das "flüssige Gold" nicht schlecht werden lässt. (Symbolbild: Getty Images)

Vorbei sind sie, die schönen Zeiten, in denen man hochwertiges Speiseöl – ob von Sonnenblumen, Raps oder Olive – zu einem guten Preis kaufen konnte. Vor einigen Monaten schnellten die Preise in die Höhe und viele kauften ganze Paletten des spärlich vorhandenen Öls – obwohl der Verbrauch in der Familie gar nicht so hoch ist. Dumm nur: Ganz anders als beispielsweise Toilettenpapier ist Speiseöl mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) versehen. Was tun, wenn das überschritten ist?

Wie lange ist Speiseöl haltbar?

Die Beantwortung der Frage, wie lange Speiseöl verwendbar ist, hängt von der Beschaffenheit des Öls ab – und natürlich vom Mindesthaltbarkeitsdatum. Dieses ist meist auf dem Deckel der Flasche zu finden und bezieht sich auf das ungeöffnete, optimal gelagerte Produkt.

Abhängig von der Frucht, aus der das Öl entstanden ist, sowie von der Herstellungsart (z. B. kaltgepresst) kann so ein Haltbarkeitszeitraum zwischen wenigen Monaten und zwei Jahren entstehen. Dieses MHD ist natürlich nur ein Anhaltspunkt, der anzeigt, für wie lange der Hersteller für die unbedenkliche Genießbarkeit garantiert. Viele Öle sind auch nach Ablauf des MHD noch verwendbar.

Super für Vorräte geeignet: Diese Lebensmittel sind lange haltbar

Beim bereits geöffneten Speiseöl ist das Zeitfenster der Verwendbarkeit geringer: Zwischen drei und zwölf Monate können die meisten Öle – auch hier: je nach Frucht und Herstellungsweise – bedenkenlos genossen werden. Eine Ausnahme ist Leinöl: Es sollte, einmal geöffnet, innerhalb von vier Wochen verwendet werden.

Wie muss Speiseöl gelagert werden?

Für die möglichst lange Haltbarkeit – ob geöffnet oder nicht – ist eine optimale Lagerung notwendig. Das Stichwort lautet: kühl und dunkel. Verantwortlich dafür sind die wertvollen Fettsäuren, die Öl enthält – geraten sie zu stark mit Licht, Luft und Wärme in Verbindung, kann das dem Öl schaden.

Doch was bedeutet kühl? Raps- und Leinöl können – gut verschlossen – im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sonnenblumen- und Olivenöl fühlen sich in einem Vorratsschrank wohler, weil z. B. letzteres bei Temperaturen unter 6 Grad trüb wird und ausflockt. Wer das Öl in offenen Fächern statt hinter verschlossenen Türen aufbewahrt, kann die Inhalte von der transparenten Flasche in einen dunklen Container oder eine undurchsichtige Flasche umfüllen.

Woran erkenne ich, dass Speiseöl nicht mehr gut ist?

Schlecht gewordenes Speiseöl riecht ranzig – ein Geruch zwischen säuerlich und muffig, der sich auch im Geschmack niederschlägt. Öle werden, unabhängig vom MHD, auch dann ranzig, wenn sie unverschlossen oder unhygienisch aufbewahrt wurden, weil der Fettverderb auch durch Bakterien und Schimmel angeregt werden kann. Deshalb ist das Zuschrauben des Verschlusses für Öl-Liebhaber oberste Pflicht.

Auch ein anderes Aussehen kann auf verdorbenes Speiseöl hinweisen – das genannte Ausflocken des Olivenöls bei zu geringen Temperaturen oder bei langer Nichtverwendung hat damit jedoch nichts zu tun: Wird das Öl wieder bei höheren Temperaturen gelagert oder gut durchgerührt, verschwinden die festen Bestandteile und die Trübung im Öl wieder.

Ist die Verwendung von ranzigem Öl schädlich?

Wer aus Versehen nur ein bisschen ranziges Öl zu sich nimmt, wird bis auf den Geschmack keine Folgen spüren. Eine 2018 im Journal of Food and Nutrition Sciences veröffentlichte Studie zeigte jedoch, dass ranziges Öl in größeren Mengen durchaus zu Verdauungsbeschwerden führen kann.

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Wie soll ich verdorbenes Speiseöl entsorgen?

Verdorbenes Speiseöl sollte nicht im Ausguss oder in der Toilette entsorgt werden – es sei denn, der Klempner soll auch in den Genuss des ranzigen Geruchs kommen. Am besten wird das Öl mit der Flasche im Restmüll entsorgt. Beispielsweise abgelaufenes Leinöl lässt sich jedoch auch noch wunderbar zur Pflege von z. B. Gartenmöbeln aus Holz verwenden. Doch Achtung: Vorher an einer unauffälligen Stelle testen!

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