Kardamom-Wasser – der neue Trend nach Ingwer-Wasser?

Im Orient ist Kardamom seit 3000 Jahren ein weit verbreitetes Gewürz. (Bild: Westend61/Getty Images)

Kardamom gilt als wahres Wundermittel. Es soll in seiner wohltuenden Wirkung sogar Ingwer übertreffen: Wie Kardamom-Wasser zubereitet wird und gegen welche Beschwerden man es trinken sollte.

Ingwer-Wasser regt bekanntlich die Durchblutung und den Kreislauf an. Weniger bekannt ist ein anderes Ingwergewächs: Statt der Knolle wird beim Kardamom die kleine Kapselfrucht konsumiert. Den braunen und grünen Samen wird nachgesagt, gegen eine Vielzahl von Beschwerden zu helfen: Menstruationsprobleme, Krämpfe und Erkältungen, aber auch Mundgeruch und Asthma lassen sich damit sanft vertreiben. Sogar eine potenzsteigernde Wirkung wird Kardamom zugesprochen.

Die medizinische Heilkraft der grünen Samen ist vor allem aus der Ayurveda-Küche bekannt: Sie setzt Kardamom als schleimlösendes, verdauungsförderndes und harntreibendes Mittel ein, das zudem antibakteriell, antiviral und antifungal (also gegen Pilze) wirkt. Klingt fantastisch? Tatsächlich zählt Kardamom zu den kostbarsten Gewürzen, die es gibt.

In den Kapselfrüchten der Kardamompflanze befinden sich drei Fruchtfächer, die je vier bis acht grau bis rotbraune Samen beinhalten. (Bild: Getty Images/Matilda Lindeblad)

In der asiatischen und arabischen Küche ist Kardamom weit verbreitet: Die Samen werden sowohl in Currypulver verarbeitet als auch im indischen Chai-Tee. Die europäische Küche nutzt die würzigen Samen vor allem für Weihnachtsgebäck. Werden sie dem Kaffee zugegeben, machen sie ihn für den Körper besser verträglich und geben ihm zudem eine würzige und einzigartige Geschmacksnote: Vor allem der starke arabische Mokka wird daher häufig mit Kardamom gewürzt.

Anders als andere Heilkräuter wirkt Kardamom von innen: Von Ölen oder Cremes mit seinem Wirkstoff, also Produkten, die auf die Haut aufgetragen werden, sollte man daher nicht zu viel erwarten. Kardamom für den Verzehr zuzubereiten, ist aber ganz einfach, denn wie viele andere Heilkräuter ist auch Kardamom wasserlöslich. Zur Zubereitung von Kardamom-Wasser einfach einen Esslöffel Kardamomkapseln in eine Teekanne geben, einen Viertelliter Wasser aufkochen und darüber gießen. Nach einer Viertelstunde kann der Tee abgeseiht, mit einem Dreiviertelliter kaltem Wasser verdünnt und anschließend über den Tag verteilt getrunken werden.

Kardamom-Wasser soll den Kreislauf anregen und aktiv gegen Kopfschmerzen und Schüttelfrost wirken – aber auch gegen Blähungen, Nierensteine, Blasenentzündungen und Mandelentzündung. Frauen sollten Kardamomwasser zudem gegen Menstruationsbeschwerden und Krämpfe trinken, bei Männern kann es Prostataprobleme lindern und die Potenz steigern, weshalb es schon im Mittelalter zu Elixieren und Aphrodisiaka verarbeitet wurde. Auch bei Übelkeit nach einer durchzechten Nacht kann der entgiftende Wirkstoff wohltuend sein. Auch hier gilt: Wunder sollten Konsumenten nicht erwarten – zudem kann die Wirkung unterschiedlich ausfallen. Aber probieren kann in diesem Fall sicher nicht schaden.