Karl Lagerfelds Lifestyle: So ausgefallen lebte der Designer

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Sonnenbrille, Pferdeschwanz, Kragen, Handschuhe – der Stil von Karl Lagerfeld war unverwechselbar. (Bild: Getty Images)

Mit dem Tod Karl Lagerfelds geht eine Mode-Ära zu Ende. Doch unvergessen bleiben der Look und der extravagante Stil des Mode-Zars, die sich auch in seinem Lifestyle niederschlugen. Der war alles, außer gewöhnlich.

Nicht nur seine Kreationen machten ihn zur Ikone. Karl Lagerfeld inszenierte sich auch selbst als lebendes Kunstobjekt. Mehr als 30 Jahre lang war er Kreativ-Direktor des Luxus-Labels Chanel, hatte einen Vertrag auf Lebenszeit und prägte die Marke Chanel und Karl Lagerfeld gleichermaßen, bis er nun im Alter von 85 Jahren verstarb.

Karl Lagerfeld und sein Vermögen

100 Millionen Pfund schwer soll Karl Lagerfeld gewesen sein. Das sind umgerechnet rund 114 Millionen Euro. Er besaß mehrere Häuser, darunter in Paris, in Vermont in den USA und im französischen Biarritz. Dort soll es Bücherregale in der Länge von vier Kilometern gegeben haben. In einem Penthouse in Monaco hatte er laut “DailyMail” sogar ein Badezimmer für morgens und eines für abends.

Außerdem soll der Modezar nahezu 300 iPods besessen haben. Jeder einzelne davon soll mit einer anderen Musik bespielt gewesen sein – so musste er nicht nach seinen favorisierten Liedern suchen. Ach ja, und dann hatte Karl Lagerfeld angeblich auch noch 2.400 Hemden, vornehmlich weiße. Plus Antiquitäten und Kunstwerke, darunter 150 Gemälde, die er plötzlich aus einer Laune heraus verkauft haben soll.

Karl Lagerfeld und seine Sonnenbrille

Lagerfelds unverwechselbares Äußeres war unter anderem geprägt durch die dunkle Sonnenbrille, die neben seiner unverkennbaren Frisur, dem hohen Kragen und den Handschuhen zu seinem Markenzeichen wurde. Doch er trug sie nicht nur wegen seiner Kurzsichtigkeit, sondern auch als Vorsichtsmaßnahme. “Ich war mit einer Bekannten in einem Nachtclub. Da kam so ein Knilch, mit dem hatte sie mal ein Verhältnis gehabt. Wie der mich mit ihr sah, wollte er ihr ein Glas an den Kopf schmeißen. Er traf aber mein Auge”, erzählte der Modezar der “Zeit”.

Das Gestell hätte damals “die Wucht abgefangen, sonst hätte ich jetzt ein Auge weniger.” Und seine Augen seien als Designer schließlich sein wertvollstes Gut. Außerdem trage er die dunkle Brille aus Style-Gründen: “Die Leute sehen durch getönte Gläser besser aus. Man sieht dann eine perfekte Welt, ohne selbst gesehen zu werden”, erklärte Karl Lagerfeld einmal gegenüber dem “Fashion Telegraph”.

Die Handschuhe trug Lagerfeld aus einem bestimmten Grund. (Bild: PIERRE VERDY/AFP/Getty Images)

Karl Lagerfeld nicht ohne Kragen und Handschuhe

Zu seinem Signature-Look gehörte außerdem der hohe, steife, weiße Kragen seiner Hemden, ein gepuderter Pferdeschwanz und fingerlose Handschuhe. Die trug der Modemacher “T-Online” zufolge wegen seiner Mutter. Als er im Alter von 15 Jahren rauchen wollte, riet diese ihm davon ab, weil er keine schönen Hände habe, man durch das Rauchen aber die Aufmerksamkeit auf diese lenken würde.

Er ließ die Zigaretten weg und zog sich Handschuhe an, sie seien das beste Pflegemittel. “Bei Leuten, die viel in die Sonne gehen, ist das ja eine Fleckenlandschaft”, sagte er gegenüber “T-Online”. Sein Leben mag zwar unkonventionell gewesen sein. Doch genau das hat ihn ausgemacht.