Keanu Reeves taucht in ukrainischem Geschichtsbuch auf

Der US-Schauspieler Keanu Reeves ist überraschend in einem ukrainischen Schulbuch über Weltgeschichte aufgetaucht. Und das auf einem Foto, das von 1932 stammt. Hatte das Internet also recht und Reeves ist tatsächlich unsterblich? Glücklicherweise ist die Erklärung viel simpler.

Ist er doch unsterblich? Keanu Reeves tauchte nun in einem Geschichtsbuch auf (Symbolbild: Roy Rochlin/Getty Images)

Weil er einfach nicht altern will - zumindest nicht sichtbar - hält das Internet ohnehin hartnäckig an dem Mythos fest, dass Keanu Reeves ein Vampir sein muss. Sogar eine Website beschäftigt sich mit dem Phänomen des “unsterblichen Keanu”. Ein Bild trägt natürlich nichts dazu bei, diese augenzwinkernden Gerüchte aus der Welt zu schaffen. Denn der Hollywood-Star tauchte nun in einem Geschichtsbuch auf.

Das Schulbuch wurde 2018 vom Orion Verlag veröffentlicht, von der Regierung abgesegnet und wird seitdem von Schülern in der Ukraine verwendet. Doch erst, als einer davon den Fauxpas vor wenigen Tagen auf Twitter postete, erhielt er größere Aufmerksamkeit.

Aaah, im ukrainischen Lehrbuch über Weltgeschichte hat sich ein Photoshop mit Keanu Reeves eingeschlichen.

Glücklicherweise ist die Erklärung ganz einfach. Abgebildet werden sollte das berühmte Foto “Lunch Atop a Skyscraper” von 1932, das Bauarbeiter bei einer Mittagspause auf einem unfertigen New Yorker Hochhaus zeigt. Allerdings erwischten die Verleger ausgerechnet eine Version des Bildes, auf dem sich “Sad Keanu” eingeschlichen hatte.

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Ein Meme wird zur Geschichte

Bei “Sad Keanu” handelt es sich um ein Meme, das auf einem Paparazzi-Foto basiert, auf dem Reeves in den Augen von Social-Media-Usern besonders deprimiert aussah. Die Aufnahme ging viral und wurde in zahllose andere Bilder gephotoshoppt - darunter auch das ikonische Bauarbeiter-Bild.

Für Twitter ist der Fehler natürlich ein Fest. “Wahrscheinlich hat er als Bauarbeiter gearbeitet, bevor er seinen Durchbruch als Schauspieler hatte”, scherzte einer. Und ein anderer sah die altbekannte Theorie zu Keanu Reeves bestätigt: “Mich überrascht das nicht. Keanu Reeves ist unsterblich. Seine Präsenz beim Bau eines Wolkenkratzers in den dreißiger Jahren beweist das doch.”

Der Autor ließ Keanu absichtlich drin

Doch auch Kritik wurde geäußert. Ein Facebook-User bemängelte: “Es ist offensichtlich, dass die Bilder für das Lehrbuch von Google genommen wurde und ohne Berechtigung verwendet wurden.”

Ihor Shchupak, der Autor des Buches und Vorsitzender des ukrainischen Instituts für Holocaust-Studien, postete eine lange Erklärung auf Facebook. Das Bild sei versehentlich von dem zuständigen Designer ausgewählt worden. Als er darauf aufmerksam gemacht worden war, hätte er sich nach langer Überlegung dazu entschlossen, es drinzulassen.

Er sei außerdem neugierig geworden, wie sorgfältig die Schüler das Buch wirklich studieren würden. In den zwei Jahren, seit das Buch veröffentlicht worden war, sei “Sad Keanu” nun zum ersten Mal entdeckt worden. Er bedankte sich bei Reeves dafür, dass er dabei helfe, “dem Lernen und Geschichte mehr Aufmerksamkeit” zu verschaffen.

Weit weniger begeistert zeigte sich die ukrainische Bildungsministerin Hanna Novosad, die ebenfalls auf Facebook reagierte: “Traurigerweise habe ich noch nie ein einziges Schulbuch gesehen, dass ohne Fehler war, in dem das Urheberrecht respektiert wurde, und in dem der Umgang mit Informationen von Logik geprägt war und wirklich beim Lernen hilft.”

Video: Keanu Reeves verewigt sich auf dem Hollywood Boulevard