Kendall Jenner & Co. machen es vor: Das ist der neue Transparent-Look

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Nackte Haut und tiefe Einblicke bei meist weiblichen Stars werden oft belächelt und mit selbstverschuldetem Sexismus gleichgesetzt. Allerdings gibt es auch Menschen, die hinter dem neuen Trend von in Szene gesetzter Unterwäsche etwas ganz anderes sehen.

Nicht nur Kendall Jenner und Zoë Kravitz zeigten sich jüngst in einem transparenten Kleid. (Bilder: Getty Images)
Nicht nur Kendall Jenner und Zoë Kravitz zeigten sich jüngst in einem transparenten Kleid. (Bilder: Getty Images)

Bei der Met Gala in New York zeigte sich kürzlich ein Trend, der gerade erst am Anfang stehen dürfte: Stars zeigen nicht nur viel Haut, sondern gerne auch das, was sie unter ihren schicken Kleidern tragen. Kendall Jenner zum Beispiel erschien im funkelnden, hautengen und transparenten Kleid von Givenchy, unter dem deutlich ein hautfarbenes Höschen zu sehen war. Und bei Zoë Kravitz bestand nicht nur das Neckholder-Kettenhemd aus Strasssteinen, sondern gleich auch noch der passende Tanga.

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Schwarz, Weiß, funkelnd oder Nude: Hauptsache sichtbar

Megan Fox wäre in ihrem ultratransparenten Kleid von Mugler quasi nackt bei den MTV Video Music Awards erschienen, hätte sie darunter nicht einen BH samt String-Tanga getragen. Ebenfalls dort zeigte sich Hailey Bieber in einem weißen Kleid von Alaïa, unter dem sich deutlich ein weißer Slip abzeichnete. Und bei den Emmy Awards war es Issa Rae, die unter ihrem silberschimmernden Netzkleid ein schwarzes Höschen erkennen ließ.

Megan Fox zeigte sich bei den MTV Video Music Awards in einem ultratransparenten Kleid von Mugler. (Bild: Getty Images)
Megan Fox zeigte sich bei den MTV Video Music Awards in einem ultratransparenten Kleid von Mugler. (Bild: Getty Images)

Eine freie Entscheidung selbstbewusster Frauen?

Warum der Trend zur sichtbaren Unterwäsche gerade jetzt aufkommt, lässt sich auf unterschiedliche Arten erklären. Gegenüber "Yahoo Style" in Großbritannien betonte die Unterwäsche-Expertin Cora Harrington, die Dessous würden von großen Designern wie Mugler oder Givenchy nicht etwa in Szene gesetzt, um den "männlichen Blick" zu bedienen. Das Gegenteil sei der Fall: "Was wir hier sehen, ist eine ganz bewusste und individuelle Entscheidung von Frauen."

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Dahinter steht eine Sichtweise, wie sie auch die Modepsychologin Dr. Carolyn Mair vertritt. Ihr zufolge steigert qualitativ hochwertige und hübsche Unterwäsche das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl der Trägerinnen. Frauen, die damit unterwegs seien, redeten anders, liefen anders und gestikulierten anders, will heißen selbstbewusster, als wenn sie unscheinbare Unterwäsche trügen.

Von Foucault bis Social Media

Andere gehen sogar so weit, den Unterwäsche-Trend mit den "Technologien des Selbst" des französischen Philosophen Michel Foucault in Beziehung zu setzen. Demnach sucht sich jeder Mensch bestimmte äußere Objekte gezielt aus, um sich damit selbst seine innere Welt zu gestalten. Wieder andere Modeexperten sehen im sichtbaren Drunter eine Metapher für die von Social Media geprägte Welt, in der das Hauptziel volle Transparenz zu sein scheint. Doch egal, wie man es auch deuten mag: Aktuell deutet alles darauf hin, dass die sichtbare Unterwäsche uns noch länger begleiten wird.

Im Video: Wer trug das schwarze Sockenkleid bei der Met-Gala in New York?

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