Kendall Jenner erntet heftige Kritik für ihre neue Tequila-Kampagne

·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Kendall Jenner hat ein neues Produkt auf den Markt gebracht - und sich mit der Werbekampagne prompt Ärger eingehandelt. Auf Social Media wird nicht nur diskutiert, ob sie ihre Marke auf diese Weise bewerben darf, sondern ob sie das Produkt überhaupt verkaufen darf.

Kendall Jenner zieht mit ihrer neuen Marke und Kampagne Kritik auf sich (Bild: Karwai Tang/WireImage)
Kendall Jenner zieht mit ihrer neuen Marke und Kampagne Kritik auf sich (Bild: Karwai Tang/WireImage)

Wie es sich für ein Mitglied des Jenner/Kardashian-Klans gehört, baut auch Model Kendall Jenner ihr Geschäft weiter aus und brachte diese Woche ihre neue Spirituosenfirma 818 Tequila auf den Markt. Auf Instagram bewarb sie die neue Marke mit malerischen Bildern aus Mexiko, wo der Tequila hergestellt wird, auf denen sie freilich selbst posierte: Mehrere Bilder zeigen das Model in ländlichen Styling, wie sie mitten im Agaven-Feld sitzt, durch die mexikanische Landschaft reitet oder bei Sonnenuntergang Tequila trinkt, abwechselnd mit Fotos von einheimischen Erntehelfern bei der Arbeit. 

Innerhalb kurzer Zeit musste sie dann die Kommentarfunktion für den Post abschalten - denn die Kritik wollte kein Ende nehmen. 

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Die Kritik: Nicht nur die Kultur würde ausgebeutet, sondern auch Land und Arbeiter

Stattdessen machten viele ihrem Ärger auf Twitter Luft. Kulturelle Aneignung lautet der Vorwurf, also die Übernahme bestimmter Aspekte oder Symbole einer fremden Kultur, um einen eigenen Nutzen daraus zu schlagen. Diese sehen die Kritiker nicht nur in den Bildern, auf denen Kendall Jenner mit Zöpfen, einem rustikalen Baumwollhemd und einem Cowboy-Hut den Look der lokalen Bauern nachahmen würde, sondern auch in dem Geschäftsmodell selbst. Tequila sei schließlich tief in der mexikanischen Kultur verwurzelt, "und wir wollen nicht, dass eine weiße Frau von unserer Kultur profitiert", wie ein User schreibt. 

Sehr wenig Stoff: Kendall Jenner sorgt im "Mikro-String" für Wirbel

"Das soll wohl ein Witz sein. War ja klar, dass Kendall derart unsensibel ist, das ist sowas von beleidigend. Erst modelt sie den stylischen Gastarbeiter-Look für ihre Tequila-Marke, und dann wird sie im Nachhinein zum hundertsten Mal groß heulen und behaupten, dass sie das alles nicht wusste", hieß es in einem weiteren Tweet. Ein anderer User schrieb: "Trägt Kendall Jenner wirklich Zöpfe und tut, als wäre sie ein Farmarbeiter, während sie Tequila kolonialisiert? Von mir gibt's dafür ein nein." Ein weiterer beschrieb, wie wichtig landeseigene Marken für die mexikanische Wirtschaft seien und rief zum Boykott von Jenners Tequila auf: "Als Mexikaner rufe ich euch in den USA dazu auf, Kendall Jenners Tequila nicht zu konsumieren, denn dass sie sich ihn zu eigen macht nennt sich kulturelle Aneignung." Auch andere wiesen darauf hin, dass hier nicht nur die Kultur, sondern auch "unser Land und unsere Arbeitskräfte ausgebeutet werden", und das "für ein schnelles Investment". 

Auch andere Promis produzieren Tequila - ganz ohne Shitstorm

Nicht alle teilten diese Meinung. Einige Twitter-User bemängelten, dass viele Promis eine eigene Tequila-Marke hätten, darunter George Clooney, Dwayne "The Rock" Johnson und Kevin Hart, ohne dass das groß kritisiert würde. "Kendall Jenners 818 Tequila ist auch nicht anders als George Clooneys Casamigos oder The Rocks Teramana", schrieb einer, und ein anderer fügte hinzu: "Wo ist der Aufruhr bei den anderen nicht-mexikanischen Stars mit eigenem Tequila?"

Kendall Jenner selbst äußerte sich zu der Kritik bisher nicht. Sie dürfte derartige Reaktionen jedoch beinahe gewohnt sein. Zum einen sahen sich viele Kardashians in der Vergangenheit schon mit dem Vorwurf der kulturellen Aneignung konfrontiert. Zum anderen ist dies nicht die erste Werbekampagne, mit der Jenner ins Fettnäpfchen tritt. Vor wenigen Jahren griff eine Pepsi-Werbung die Black-Lives-Matter-Bewegung als Konzept auf, ließ Kendall Jenner darin bei Protesten mitlaufen, um am Ende den ganzen Konflikt zu lösen, indem sie einem Polizisten eine Dose Pepsi reicht. Nach der Welle der Empörung, die damals losgetreten wurde, dürfte Jenner so schnell nichts mehr aus der Ruhe bringen. 

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