Kettenbrief auf WhatsApp: Wurden die Gruppeneinstellungen wirklich verändert?

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Ein Kettenbrief macht derzeit auf WhatsApp die Runde. (Bild: Illustration by Lorenzo Di Cola/NurPhoto via Getty Images)
Ein Kettenbrief macht derzeit auf WhatsApp die Runde. (Bild: Illustration by Lorenzo Di Cola/NurPhoto via Getty Images)

Über den Messenger WhatsApp kursiert seit Kurzem ein Kettenbrief, der vor heimlichen Veränderungen in den Gruppeneinstellungen warnt. Doch stimmt dieser Vorwurf wirklich?

Das Ansehen von WhatsApp in Deutschland sinkt: Seit Monaten versucht der Messenger nun schon, seine User zur Zustimmung neuer Nutzungsbestimmungen bewegen. Doch glücklicherweise lässt sich das entsprechende Pop-up bislang folgenlos wegklicken. Wesentlich mehr Unbehagen scheint hingegen ein Kettenbrief zu machen, der seit Kurzem durch den Messenger geistert.

"Falls es noch nicht bekannt ist: WhatsApp hat letzte Nacht seine Einstellungen upgedated ohne die Nutzer zu informieren!", heißt es darin. "Es hat seine Gruppeneinstellungen verändert und hat dich zu 'jeder' hinzugefügt. Das bedeutet, dass jeder WhatsApp Nutzer - auch wenn du ihn nicht kennst - dich ohne dein Wissen und ohne deine Zustimmung zu jeder beliebigen Gruppe hinzufügen kann. Das bedeutet deine Inhalte können angegriffen oder zugespamt werden." Anschließend folgt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man diese scheinbare Neuerung rückgängig machen kann.

Der Inhalt des Kettenbriefs auf WhatsApp stimmt allerdings nur teilweise. (Bild: Screenshot)
Der Inhalt des Kettenbriefs auf WhatsApp stimmt allerdings nur teilweise. (Bild: Screenshot)

"WhatsApp hat schon immer allen erlaubt, Ihnen eine Nachricht zu senden"

Doch stimmt die Behauptung, die in der als "häufig weitergeleitet" markierte Nachricht getroffen wird, wirklich? Nein, zumindest nicht direkt: Bereits 2019 hatte WhatsApp ein neues Einladungssystem vorgestellt, welches es überhaupt erst ermöglichte, Fremden das Recht zu verweigern, die eigene Rufnummer zu irgendwelchen Gruppen hinzuzufügen. Vor dieser Neuerung konnte ohnehin jeder, der nur Ihre Rufnummer kannte, Sie ungefragt zu Gruppen hinzufügen oder Ihnen Nachrichten schicken.

Dies bestätigte nun auch eine Sprecherin des Konzerns gegenüber dem "Spiegel": "WhatsApp hat schon immer allen erlaubt, Ihnen eine Nachricht zu senden oder Sie zu einer Gruppe hinzuzufügen, die Ihre Telefonnummer kennen - genauso wie alle Ihnen eine SMS oder eine E-Mail senden können, die Ihre Kontaktdaten haben. Im Jahr 2019 haben wir neue Möglichkeiten für diejenigen hinzugefügt, die einschränken möchten, wer sie zu Gruppen hinzufügen kann."

Sollten Sie mit dieser Einstellung nicht zufrieden sein, dann können Sie, wie in dem Kettenbrief richtig beschrieben, die Einstellungen auf "Meine Kontakte" oder "Meine Kontakte außer ..." ändern. Im Hinblick auf den Kettenbrief selbst empfiehlt sich zudem in Zukunft dessen Inhalt kritisch zu hinterfragen, ehe Sie sie wiederum mit Freunden und Verwandten teilen: Kann die getroffene Aussage überhaupt stimmen?

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