KFC Australien entschuldigt sich nach Kritik an sexistischer Werbung

Kentucky Fried Chicken Australien steht in der Kritik, nachdem ein Werbespot für ein KFC Produkt als sexistisch verurteilt wurde. KFC entschuldigte sich daraufhin, die Werbung gibt es aber immer noch zu sehen.

Der Werbespot, in dem die australische KFC Zinger Popcorn Box beworben werden soll, fängt damit an, dass eine junge Frau im Festival-Outfit ihr Spiegelbild im Fenster eines Autos anstarrt, wobei ihr Ausschnitt tief blicken lässt. Plötzlich wird das Fenster heruntergekurbelt und man sieht zwei Jungen in Fußballkleidung und ihre Mutter auf dem Fahrersitz. Während die junge Frau peinlich berührt die Familie anstarrt, starren die beiden Jungen auffallend auf ihre Brüste. Nach einer kurzen Pause sagt die junge Frau: „Hat jemand KFC gesagt?“. Schnitt und der Spot zeigt die junge Frau, wie sie mit ihren lachenden Freunden auf einem Festival einen Chicken-Burger isst.

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Der Werbespot wurde Ende Dezember bei YouTube hochgeladen und lief im australischen Fernsehen. Er wurde bereits eine halbe Million Mal gesehen und hat für ordentlich Aufsehen gesorgt. Die australische Organisation „Collective Shout“, die sich auf ihrer Internetseite als Organisation gegen die Objektivierung von Frauen und der Sexualisierung von Mädchen einsetzt, hat die Werbung scharf kritisiert, da sie sich gefährlicher Bilder bedienen würde.

„Werbung wie diese verstärkt die falsche Überzeugung, dass Jungs nicht anders können”, sagte Sprecherin Melinda Liszweski in einer Stellungnahme auf der Internetseite der Organisation. „Sie ist nur ein weiteres Beispiel für das altbekannte „Jungs sind halt Jungs“-Klischee und nehmen uns die Fähigkeit, sexistische Vorstellungen zu hinterfragen. Diese Ideen können schädigendes Verhalten gegenüber Frauen und Mädchen zur Folge haben.“

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Aufgrund der lauten Kritik veröffentlichte KFC Australien am 21.01. eine kurze Stellungnahme und entschuldigte sich für den Werbespot. „Wir entschuldigen uns, falls sich irgendjemand durch unseren neuesten Werbespot angegriffen gefühlt hat. Es war nicht unsere Absicht, Frauen in stereotyper Weise darzustellen und Jungen in ein negatives Licht zu rücken“, hieß es in der Stellungnahme.

In einer E-Mail an Yahoo Lifestyle nannte Liszewski von Collective Shout KFC Australiens Statement eine “Nicht-Entschuldigung”.

„Sie haben keinerlei Verantwortung für den Inhalt des Spots übernommen”, sagte sie gegenüber Yahoo Lifestyle. „Ganz zu schweigen, dass sie die Werbung weiterhin ausstrahlen. Und sie haben weitere Fragen dazu ignoriert, was ihre Absichten waren. Diese Reaktion ist einfach nur feige. Es wird deutlich, dass KFC hofft, dass Gras über die Sache wachsen wird – aber das wird es nicht. Wir ermutigen die Menschen, ihr Geld nicht mehr bei KFC auszugeben und das Unternehmen somit zu boykottieren.“

Es steht noch nicht fest, ob der Fast-Food-Riese den 15-sekündigen Werbespot von seinem YouTube-Kanal nehmen wird. Bis jetzt ist er auf YouTube noch zu sehen.

Yahoo hat KFC Australien um Stellungnahme gebeten, aber bisher keine Antwort erhalten.

Megan Sims