Kind geht offenbar verloren – die Reaktion der Passanten macht fassungslos

Ein Sozialexperiment in Australien wollte feststellen, wie viele Menschen einem Kind helfen würden, das verloren geht. Das Ergebnis ist schockierend.

Der kleine Aiden schlüpfte für das Experiment in die Rolle des verlorenen Sohns (Bild: Screenshot Today Show)

Ein kleiner Junge steht inmitten einer gut besuchten Einkaufsstraße. Er ist alleine, dreht sich immer wieder um, sieht verloren aus. Von seinen Eltern ist weit und breit keine Spur – und trotzdem bleibt niemand stehend, um dem Jungen zu helfen.

Diese Situation hat sich in Australien abgespielt. Doch der sechsjährige Aiden war zum Glück nicht wirklich verloren gegangen: Er war Teil eines Sozialexperiments, das die Hilfsorganisation Key Assets durchführte und der Nachrichtensender “9 News” mit versteckter Kamera begleitete.

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45 Minuten lang stand der Junge alleine auf der Straße. Lediglich sieben Personen – sechs Frauen und ein Mann – hielten an, um zu fragen, ob alles in Ordnung sei.

Die Eltern des Jungen sind schockiert

Die Eltern des Jungen, die in Wirklichkeit nur wenige Meter entfernt auf einer Bank saßen und das Ganze beobachteten, zeigten sich entsetzt über die mangelnde Hilfsbereitschaft der Menschen: “Ich war ehrlich gesagt schockiert, das macht mir große Sorgen”, gesteht Aidens Mutter gegenüber “9 News”.

Ihre Reaktion ist verständlich, schließlich wünscht sich doch jedes Elternteil, dass seinem Kind in einer Notsituation geholfen wird. Das bestätigt auch eine der Frauen, die dem kleinen Jungen ihre Unterstützung bei der Suche nach seinen Eltern angeboten hat. “Es ist unsere Pflicht uns zu kümmern, wenn ein Kind hilflos ist”, sagt auch eine junge Frau, die als erste Person auf den Sechsjährigen zugegangen ist.

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Leider passiere eben das im Alltag oft nicht, sagt Rob Ryan von Key Assets. Die Hilfsorganisation kümmert sich um Kinder in Not und ihre Familien. “Wir sind heutzutage so beschäftigt, dass wir Kinder manchmal einfach nicht wahrnehmen.”

Ein ähnliches Experiment gab es bereits vor fünf Jahren in Großbritannien. Damals spielte ein kleines Mädchen das verloren gegangene Kind. In einer Einkaufszone in der Nähe des Londoner Bahnhofs Victoria Station. Mehr als 600 Menschen liefen an dem Mädchen vorbei, ohne etwas zu unternehmen.

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