Kindersitze: Das sind die Testsieger laut ADAC und Stiftung Warentest

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Von den 14 frisch getesteten Sitzen und Babyschalen schneiden viele gut ab. Sie bieten den Kleinsten Sicherheit bei einem Aufprall von vorn oder von der Seite. (Bild: Getty)
Von den 14 frisch getesteten Sitzen und Babyschalen schneiden viele gut ab. Sie bieten den Kleinsten Sicherheit bei einem Aufprall von vorn oder von der Seite. (Bild: Getty)

Wer Kinder im Auto mitnehmen möchte, muss sie bis zum zwölften Geburtstag oder bis zu einer Körpergröße von 1,50 Metern in geeigneten Rückhaltesystemen unterbringen. Aktuelle Kindersitze können Eltern dabei oft guten Gewissens kaufen, wie ein Gemeinschaftstest von unter anderem ADAC und Stiftung Warentest (Zeitschrift “test”, 11/20) zeigt.

Schon ein Auto-Aufprall mit Tempo 30 kann für Kinder tödlich sein. Ein Auto­kinder­sitz soll schützen - doch welcher Sitz schützt bei Autofahrten, ist bequem und lässt sich gut handhaben? Um das herauszufinden, prüften die Stiftung Warentest und der ADAC insgesamt 14 in Deutschland erhältliche Kindersitze in allen Größen auf die Kriterien Sicherheit beim Frontal- und Seitenaufprall, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt.

Erfreulich: Alle getesteten Sitze übertreffen die gesetzlichen Vorschriften

Das Ergebnis ist erfreulich: Acht Sitze erhalten das Urteil "gut", sechs werden mit "befriedigend" bewertet. Dabei konnte die Tester der Joie i-Spin Safe am meisten überzeugen. Er gehört zur Kategorie der integralen Kindersitze (bis ca. 4 Jahre), in denen die Kinder mit integrierten Hosenträgergurten gesichert sind. Einige Modelle sind bereits ab Geburt zugelassen und können so als Ersatz für die Babyschale genutzt werden. Auch der Joie i-Spin kann für Neugeborene genutzt werden, jedoch kann das Baby nicht im Sitz zum Fahrzeug getragen werden:

Eigenschaften des Joie i-Spin Safe: Er ist für Kinder bis etwa vier Jahre geeignet und bekam die Bestnote 1,6. In dem sehr sicheren Kindersitz können Kinder ausschließlich entgegen der Fahrtrichtung gesichert werden. Um das Hineinheben des Kindes zu erleichtern, kann der Sitz zur Seite gedreht werden. Der Sitz kann auf Sitzplätzen mit „i-Size“-Kennzeichnung und in Fahrzeugen, die in der Typliste des Kindersitzherstellers freigegeben sind, verwendet werden.

Ebenfalls “gut” in derselben Kategorie sind etwa der Nuna Prym für 450 Euro (2,1) oder der Recaro Salia für 480 Euro (2,3) bewertet worden.

Kindersitz Recaro Salia: Sicherer, aber sehr schwerer Isofix-Kindersitz, in dem Kinder bis etwa 4 Jahre entgegen der Fahrtrichtung gesichert werden können. (Bild: Amazon)
Kindersitz Recaro Salia: Sicherer, aber sehr schwerer Isofix-Kindersitz, in dem Kinder bis etwa 4 Jahre entgegen der Fahrtrichtung gesichert werden können. (Bild: Amazon)

Mit einer Gesamtnote von 1,7 (“gut”) liegt bei den Sitzen für Babys und Kinder bis etwa 1,5 Jahre der Cybex Aton B i-Size + Base M für ca. 165 Euro (+ 150 Euro für die Base) vorn. Er ist für Kinder bis zirka eineinhalb Jahre geeignet:

Eigenschaften der Cybex Aton B i-Size Babyschale: Die Babyschale mit Isofix-Basis lässt sich einfach und stabil montieren. Der Sitz ist Teil eines Modulsystems, bei dem verschiedene Kindersitze auf derselben Isofix-Basis befestigt werden können. Die Babyschale kann auf Sitzplätzen mit „i-Size“-Kennzeichnung und in Fahrzeugen, die in der Typliste des Kindersitzherstellers freigegeben sind, verwendet werden. Ein Wechsel in den Nachfolgesitz ist erst dann nötig, wenn der Kopf des Kindes den oberen Rand der Babyschale erreicht hat. Laut Hersteller ist der Kindersitz so ausgelegt, dass er in seiner maximalen Produktlebensdauer von ca. 7 Jahren seine Eigenschaften erfüllen kann. Der Sitzbezug soll vor der ersten Verwendung gewaschen werden.

Zu dem Sitz gehört folgende Base M, die separat erworben werden kann. (Die Base M ist kompatibel mit der Aton M Serie, Aton B i-Size und Sirona M2 i-Size.)

Die stabile Isofix Base dient zur Befestigung Ihrer Cybex Babyschale Aton M, Aton M i-Size oder Aton B i-Size sowie dem Kindersitz Sirona M2 i-Size im Auto. So spart man sich das aufwändige Anschnallen, denn die Base wird im Auto ganz einfach durch Verbinden der Isofix Konnektoren mit der Isofix Vorrichtung befestigt.

Dahinter folgt der Cybex Aton B i-Size, der die Note 1,8 erhielt:

Eigenschaften Cybex Aton B i-Size: Der stabile und hochwertige Kinder-Autositz ist für Kinder ab Geburt bis 87 cm geeignet und bis zu einem Gewicht von 13 Kilogramm nutzbar. Der Sitz mit geringem Gewicht von nur 3,9 kg kann im Auto entweder mit Isofix mittels der Base M-Basisstation oder ohne Isofix mit Fahrzeuggurt befestigt werden. Da der Sitz eine Zulassung nach UN ECE Reg. 129 („i-Size“) hat, erfolgt die Sitzauswahl anhand der Größe des Kindes. Ein Wechsel in den Nachfolgesitz ist erst dann nötig, wenn der Kopf des Kindes den oberen Rand der Babyschale erreicht hat.

Auch der ABC Design Tulip (2,2) für rund 179 Euro hat die Tester weitestgehend zufrieden gestellt. Er ist ebenfalls für Kinder bis 13 kg geeignet.

Eigenschaften ABC Design Tulip: Der Tulip verfügt über einen integrierten, herausnehmbaren Sitzverkleinerer, welcher dem Baby noch mehr Halt gibt, ohne es einzuengen. Mit den entsprechenden Adaptern lässt sich Ihr Tulip in Kombination mit einem Kinderwagen als Travelsystem nutzen. Bei der Babyschale mit guten Testwerten fanden die Tester lediglich unpraktisch, dass der Tragebügel zum Einbau im Fahrzeug umgeklappt werden muss. Laut Hersteller sollte der Sitz nicht länger als 5 Jahre nach dem Kauf benutzt werden.

Mit “gut” (2,0) bewerten die Tester auch den Maxi-Cosi Morion, der von etwa 4 bis 12 Jahren “mitwächst” und bei MyToys aktuell 126 Euro kostet.

Eigenschaften des Maxi-Cosi Morion: Der Maxi-Cosi Auto-Kindersitz „Morion“ ist ein praktischer, benutzerfreundlicher Kindersitz, der die höchsten i-Size-Sicherheitsstandards erfüllt und mit dem Kind von 100 bis 150 Zentimetern “mitwächst”. Der “Morion“ ist mit Isofix-Verankerungen für eine schnelle und einfache Montage im Auto ausgestattet. Mit dem Gurt-Führungssystem des Sitzes ist es einfach, das Kind richtig in den Sitz zu setzen. Er verfügt zudem über eine zusätzliche Befestigungsmöglichkeit an den Isofix-Verankerungen (in dafür freigegebenen Fahrzeugen), was die Seitenstabilität erhöht und das Kippen des Sitzes bei Kurvenfahrt verhindert. (Altersempfehlung: 3 bis 12 Jahre)

Bei den Modellen, die sich für Kinder von etwa 1 bis 12 Jahren eignen, liegt der Britax Römer Advanasfix i-Size für rund 254 Euro (bei Amazon) vorn und ist laut den Testern “befriedigend” (2,6).

Eigenschaften Britax Römer Advanasfix i-Size: Der durchschnittliche Kindersitz für einen langen Einsatzzeitraum ist für Kinder ab frühestens 15 Monaten zugelassen. Die Höhe der Hosenträgergurte kann mit einem zentralen Versteller einfach und schnell an das wachsende Kind angepasst werden. Die Befestigung erfolgt für Kinder unter 100 cm ausschließlich mit Isofix und Top-Tether, eine Montage mit dem Fahrzeuggurt ist nicht möglich. Der Sitz kann auf Sitzplätzen mit „i-Size“-Kennzeichnung und in Fahrzeugen, die in der Typliste des Kindersitzherstellers freigegeben sind, verwendet werden.

Die Testergebnisse vom Herbst 2020 im Überblick (Grafik: ADAC)
Die Testergebnisse vom Herbst 2020 im Überblick (Grafik: ADAC)

Kindersitze kaufen und bedienen: Das sollten Eltern unbedingt beachten

Zum Kauf sollte man immer Auto sowie Kind mitnehmen und die angebotenen Sitze vor Ort ausprobieren, rät der ADAC.  (Bild: Getty)
Zum Kauf sollte man immer Auto sowie Kind mitnehmen und die angebotenen Sitze vor Ort ausprobieren, rät der ADAC. (Bild: Getty

Um Sitz und Kind richtig zu sichern, sollten sich Eltern nach dem Kauf des Sitzes ausführlich mit der Handhabung auseinandersetzen. Denn jeder Sitz kann nur optimal sichern, wenn er korrekt eingebaut ist und die kleinen Passagiere wirklich jedes Mal richtig angeschnallt werden.

Zum Kauf sollte man immer Auto sowie Kind mitnehmen und die angebotenen Sitze vor Ort ausprobieren, rät der ADAC. Denn nicht jeder Sitz harmoniert mit jedem Automodell gleich gut. Und ob ein Kind etwa mit einer Fangschale klarkommt, stellt sich ebenfalls durch Ausprobieren heraus.

Kinderjacken sollten Eltern beim Anschnallen immer unter dem Beckengurt herausziehen, damit die Gurte so nah wie möglich am Körper langlaufen können. Außerdem müssen Eltern darauf achten, dass der Gurt sich nicht verdreht.

Das sind die häufigsten Einbaufehler bei Kindersitzen

Becken und Schultergurt vertauscht

Beim Anschnallen von Babyschalen wird der Fahrzeuggurt immer zuerst über das Beinende der Schale gelegt und dann in das Gurtschloss eingesteckt. Der verbleibende Diagonalgurt, der nach oben zur Lehne des Fahrzeugsitzes läuft, wird anschließend um das Kopfteil der Babyschale gelegt. Keinesfalls dürfen Becken- und Diagonalgurt beim Anschnallen vertauscht werden, sonst kann sich die Babyschale bei einem Frontalunfall aus dem Gurt drehen.

Rückenlehne falsch eingestellt

Um den Kindersitz an das wachsende Kind anzupassen, kann die Rückenlehne in der Höhe verstellt werden. Bei korrekter Einstellung wird der Kopf seitlich gut abgestützt, der Diagonalgurt liegt mittig auf der Schulter des Kindes. Scheuert der Diagonalgurt hingegen am Hals (z.B. weil er aufgrund einer falsch eingestellten Rückenstütze nicht mittig über die Schulter verläuft), legen ihn manche Kinder unter die Achsel. Das erhöht das Verletzungsrisiko erheblich: Bei einem Frontalunfall wird der Oberkörper kaum zurückgehalten.

Tipp: Unter test.de/autokindersitze (kostenpflichtig) können Sie bei Stiftung Warentest mehr als 200 lieferbare Sitze nach Ihren Präferenzen filtern.

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