Kleber statt Haarspray: Frau greift zur falschen Dose

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Patzer beim Styling passieren jedem mal, doch meistens beschränkt sich das auf den falschen Ton beim Make-up oder eine schlecht sitzende Frisur. Eine Frau aus Louisiana bezahlte ihren Fauxpas mit wochenlanger Tortur, einem Krankenhausbesuch und zweifelhaftem Internet-Ruhm: Sie griff statt zum Haarspray zu einem der stärksten Klebstoffe, der im Handel erhältlich ist.

Three spray nozzles in a colorful metall cilindres with deodorants. Close up view.
Zur falsche Sprühdose zu greifen kann manchmal fatale Folgen haben (Symbolbild: Getty Images)

Normalerweise benutzt Tessica Brown das Haarspray Got2b Glued. Als ihr dieses ausging, ersetzte sie es mit Gorilla Glue Spray. Ob das in beiden Produktnamen vorkommende Wort “glue” (Kleber) sie dazu verleitete oder weil sie dachte, dass die beiden Produkte aufgrund der vergleichbaren Verpackung in der Sprühflasche austauschbar sind, geht aus ihrem Instagram-Video nicht eindeutig hervor. Wohl aber die Folgen der Verwechslung - denn bei Gorilla Glue handelt es sich um einen besonders starken, wasserfesten Sprühkleber, der beispielsweise zum Befestigen von Fliesen, Dielen oder anderem Bodenbelag verwendet wird.

Das Ergebnis ist also eine felsenfeste Matte, die an ihrer Kopfhaut haftet und sich Brown zufolge seit einem Monat trotz verzweifeltem Haarewaschen nicht vom Fleck bewegt.

Schon dieser erste Clip ging viral und wurde allein auf TikTok 21 Millionen Mal aufgerufen. Seitdem verfolgen Menschen weltweit Tessicas Geschichte. In weiteren Instagram-Posts probierte sie diverse Tipps von Social-Media-Usern, von Reinigungsalkohol bis Kokosöl. Letztendlich blieb ihr die Notaufnahme im Krankenhaus dennoch nicht erspart.

Geht sie mit der Sache vor Gericht?

Dem Promi-Portal “TMZ” zufolge verbrachte sie 22 Stunden in der Klinik, wo ihr Haar mit Aceton behandelt wurde - bislang offenbar mit geringem Erfolg.

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Auf Twitter meldete sich mittlerweile der Hersteller zu Wort und äußerte sein Bedauern über die Situation, wies aber ausdrücklich darauf hin, dass der Klebstoff nicht für die kosmetische Anwendung geeignet ist. “Dies ist eine außerordentliche Situation, weil dieses Produkt nicht für den Gebrauch im oder auf dem Haar vorgesehen ist, da seine Wirkung dauerhaft sein soll.”

Dennoch soll sich Tessica Brown “TMZ” zufolge einen Anwalt genommen haben und mit dem Gedanken spielen, das Unternehmen zu verklagen. Der Grund: Das Etikett von Gorilla Glue warne zwar vor dem Kontakt mit Augen, Haut oder Kleidung, erwähne jedoch nirgendwo Haar, was Tessica offenbar irreführend findet.

Viel Zuspruch auf Social Media

Sollte sie mit der Klage keinen Erfolg haben, kann sie womöglich auf Hilfe aus dem Internet setzen. Ihre Krankenhauskosten hat sie mittels einer Spendenaktion auf GoFundMe, die schon über 13.000 Dollar einbrachte, bereits wieder eingeholt.

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Die Reaktion im Netz variierten von Unverständnis über die Verwechslung bis hin zu Belustigung - die Mehrheit zeigte sich jedoch verständnisvoll und mitfühlend. Sogar von prominenter Seite kam Zuspruch: Chance the Rapper schrieb auf Twitter: “Ich bin froh, dass die Menschen sie in dieser Sache unterstützen. Als ich das Video anschaute, konnte ich nicht darüber lachen, weil ich sehen konnte, dass dieses Mädchen wirklich nicht wusste, dass sie sich einen der stärksten Kleber der Welt aufgesprüht hatte. Ich hoffe, dass sie sich gut erholt.”

Auch wenn das Aceton den Kleber noch lösen kann: Den auch von ihm verwendeten Spitznamen “GorillaGlueGirl” sowie den zweifelhaften Internet-Ruhm wird Brown so schnell wohl nicht loswerden.

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