Dieser kleine Junge ließ sich ungeachtet aller Gender-Stereotype die Haare lang wachsen, damit er sie spenden kann

Einen kleinen Jungen zu überzeugen, sich die Haare schneiden zu lassen, kann anstrengend sein. Aber ein Elfjähriger hatte die beste Ausrede, um zwei Jahre lang der Schere zu entkommen.

Ein Junge ließ seine Haare wachsen, damit er Menschen in Not helfen konnte. (Bild: Roxana Perdue via @roxanaperdue)

Gavin hörte von Programmen wie „Locks of Love”, die es Menschen ermöglichen, ihr eigenes Haar für eine Perücke zu spenden, wenn es lang genug ist und „dachte, es wäre nett, Leuten, die keine Haare haben, Haare zu geben”, erzählte er Yahoo Lifestyle.

Er hatte bereits etwas längere Haare, als er erkannte, wie sehr er das Leben eines Krebs- oder Alopezie-Patienten verbessern könnte. „Ich begann vor ungefähr zwei Jahren, es wachsen zu lassen, aber um Thanksgiving/Weihnachten entschied ich mich, es zu spenden“, sagte Gavin, der nie zuvor so lange Haare hatte.

„Ich ging mit ihm zum Friseur, mit der Absicht, ihm etwas Form und Stil zu geben und es durchzustufen, damit es ihm nicht mehr ins Gesicht hängt“, erzählte seine Mutter Rebecca Yahoo Lifestyle. „Dann, vor Monaten erwähnte er, dass er es spenden möchte. Also einigten wir uns darauf, es wachsen zu lassen, damit die Stufen herauswachsen konnten.“ Der große Schnitt kam vergangenen Samstag.


„Stolz auf meinen kleinen Bruder, dass er es ertrug, für ein Mädchen gehalten zu werden, damit er für einen guten Zweck spenden konnte!”

Seine Schwester, die ein Model ist, postete Vorher-Nachher-Fotos des Schnitts auf Instagram mit einem Kommentar, in dem sie seine Entscheidung lobte. In dem Nachher-Bild hielt der kleine Junge seinen ehemaligen Pferdeschwanz in der Hand, den sie an Pantenes “Beautiful Lengths”-Programm spendeten, das Frauen, die an Krebs erkrankt sind, mit Perücken versorgt.

Seine Mutter war am Anfang nicht zu 100 Prozent überzeugt. „Ich habe ganz ehrlich gesagt die langen Haare nicht so toll gefunden“, gab sie zu. „Es heißt, man soll seine Kämpfe mit Bedacht wählen und das war einer, den wir nicht kämpfen wollten, also ließen wir ihn machen.“

Sein Vater Bill unterstützte seine Entscheidung, und zwar aus gutem Grund. „Sein Vater hat eine Glatze und sagte ihm, er solle es ‚genießen, solange du es hast.‘“

Aber Kinder sind nicht immer so verständnisvoll. Leider sind die Geschlechternormen nach wie vor so, dass lange Haare nur für Mädchen vorgesehen sind. Als er also seine Entscheidung fällte, musste Gavin mit Spott und Hänseleien rechnen. Aber das störte ihn nicht. „Es ist mir egal, wie ich für andere aussehe“, sagte das bewundernswerte Kind. Zum Glück haben die anderen Kinder ihn wegen so etwas Selbstlosem und Mutigem nicht gemobbt. „Meine Freunde lachten über mich, aber sie mobbten mich definitiv nicht. Nur aus Spaß, wir sind Jungs“, sagte er. Sie fanden es sogar richtig „cool“, dass Gavin seine Haare spendete.

Laut seiner Mutter waren es die Erwachsenen, mit denen er in Kontakt kam, die das Ganze kritisch sahen und „lange Haare für einen Jungen fragwürdig fanden und auf die Gender-Stereotype hinwiesen“. Er wurde von älteren Menschen Sachen gefragt wie: „Du bist ein Junge, warum hast du so lange Haare?“ Einmal wurde er von einem älteren Herren gestoppt, als er „aufs Männerklo wollte.“ Als er sie für die Spende schneiden ließ, rief eine Frau der Familie zu: „Sie schneiden ihr die Haare nicht wirklich so kurz, oder?!“

Eigentlich scheut Gavin Aufmerksamkeit

Gavin wurde für ein Mädchen gehalten, aber das störte ihn nicht. „Ich fand das ziemlich witzig und sagte einfach: ‚Eigentlich bin ich ein Junge‘ und sie waren immer überrascht und manchmal glaubten sie mir nicht.“

Rebecca beschreibt ihren Sohn als Kind, das – ob Sie es glauben oder nicht – nicht gerne auffällt. „Das ist einer der Gründe, warum wir das Gefühl hatten, er sollte seine Haare so tragen dürfen, wie er möchte, vor allem, wenn es zu irgendwie ‚ungewollter‘ Aufmerksamkeit führte“, argumentierte sie. „Ich denke nicht, dass er im Alter von neun bis elf Jahren erkennen würde, dass dies bestärkend war, aber wir fühlten das für ihn“, schwärmte sie. Sie waren „außer sich vor Freude“, dass er etwas tat, was er wollte, ohne sich dabei von Gender-Stereotypen beeinflussen zu lassen.

„Seine ganze Familie war so stolz, als er sich entschloss, es noch länger wachsen zu lassen, um es zu spenden”, sagte Rebecca. Die Entscheidung fand bei der Familie besonders viel Anklang, weil Gavins Großmutter väterlicherseits an Krebs starb und ihre Haare verloren hatte, „deshalb war das für den Rest der Familie sehr bedeutsam“.

Witzigerweise freute Gavin sich letztendlich richtig darauf, seine Haare abzuschneiden, aber seiner Mutter werden sie fehlen. „Damit war es leicht, ihn auf dem Fußball- und dem Flag Football-Feld ausfindig zu machen.“

Maggie Parker