"Klimaterroristen" ist Unwort des Jahres 2022

Im Zusammenhangt mit Protestaktionen der Gruppe "Letzte Generation" wurde in der Öffentlichkeit oftmals der Begriff "Klimaterroristen" verwendet, der nun zum Unwort des Jahres 2022 gewählt wurde. (Bild: 2022 Getty Images/Sean Gallup)
Im Zusammenhangt mit Protestaktionen der Gruppe "Letzte Generation" wurde in der Öffentlichkeit oftmals der Begriff "Klimaterroristen" verwendet, der nun zum Unwort des Jahres 2022 gewählt wurde. (Bild: 2022 Getty Images/Sean Gallup)

Der Begriff "Klimaterroristen" wurde zum Unwort des Jahres 2022 gewählt. Diese Entscheidung gab die "Unwort"-Aktion am Dienstag in Marburg bekannt. Mit der Wortschöpfung werde die Aktivistengruppen mit Terroristen "gleichgesetzt und dadurch kriminalisiert und diffamiert".

Seit 1991 wird regelmäßig das "Unwort des Jahres" gewählt. Das Ansinnen dahinter ist es, unangemessenen Sprachgebrauch zu kennzeichnen. Nun gab die "Unwort"-Aktion am Dienstag in Marburg das Unwort des Jahres 2022 bekannt: Die Jury entschied sich für die umstrittene Begriffsschöpfung "Klimaterroristen".

Die Bezeichnung wurde 2022 medial vor allem im Zusammenhang mit Protesten der Klimaschutz-Organisation "Letzte Generation" bemüht. Deren Mitglieder hatten sich im abgelaufenen Jahr wiederholt auf Straßen festgeklebt, auch gab es Lebensmittelattacken auf Kunstwerke in Museen.

Laut der Jury sei der Ausdruck "Klimaterroristen" in der Öffentlichkeit verwendet worden, um Aktivisten zu diskreditieren. Zudem kritisierten sie die Verwendung, weil dadurch Aktivisten mit Terroristen "gleichgesetzt und dadurch kriminalisiert und diffamiert werden". So würde ein Kontext zwischen Klimaprotesten, gewaltlosen Demonstrationen und Staatsfeindlichkeit hergestellt.

Platz 2 für Friedrich Merz' "Sozialtourismus"

Auf den zweiten Platz landet das Wort "Sozialtourismus", welches bereits 2013 zum Unwort des Jahres gewählt worden war. Im September 2022 machte CDU-Chef Friedrich Merz von dem Begriff im Zusammenhang mit Kriegsgeflüchteten aus der Ukraine Gebrauch. Wie die Jury mitteilte, sei das Wort "eine Diskriminierung derjenigen Menschen, die vor dem Krieg auf der Flucht sind und in Deutschland Schutz suchen".

Platz drei des Negativ-Rankings belegt der Begriff "defensive Architektur", der unter anderem als irreführend kritisiert wurde. Die Formulierung beschreibt eine Bauweise, die verhindert, dass sich zum Beispiel Obdachlose langfristig an einem öffentlichen Ort niederlassen können.