Klopapierrolle und Desinfektionsmittel: Künstler designt Corona-Emojis

Antonia Wallner
Freie Autorin

Das Coronavirus und die Veränderungen, die die Pandemie im Alltag hervorgebracht hat, inspirieren einen japanischen Künstler zu einer Reihe zeitgenössischer Emojis.

Emojis gehören zur digitalen Kommunikation dazu. (Bild: Getty Images)

Emojis helfen uns dabei, Gefühle, Stimmungen oder einfach nur bestimmte Dinge auf den Punkt zu bringen. In Zeiten des Coronavirus kommunizieren die Menschen sogar noch verstärkter digital als sonst. Der japanische Designer Ji Lee ließ sich von der Pandemie und ihren Veränderungen des Alltags inspirieren. Er entwarf eine Reihe spezieller Emojis, die die aktuelle Lage widerspiegeln. Dabei sind manche eher witzig, andere haben dagegen einen ernsten Hintergrund.

#QuarantinedCats: Katzen-Tweets aus der Isolation

12 zeitgenössische Emojis zum Coronavirus

Heraus kam so etwa ein Symbol für das Desinfektionsmittel der bekannten Marke Purell. Oder die Seifenblasen über den betenden Händen, die Händewaschen symbolisieren sollen. Auch das Zeichen für Abstand und Social Distancing hat der Künstler mit aufgenommen. Deprimiert wirkt das Gesicht im Fenster eines Hauses, dass die Quarantäne und den Lockdown zeigen soll. Amüsement ruft dagegen das Emoji der leeren Klopapierrolle hervor.

Ernst verweisen aber auch Emojis auf die geschlossenen Läden oder den Rassismus, der vor allem zu Beginn der Pandemie Asiaten entgegenschlug. Bei dem Symbol der Weltkugel mit dem Pausenzeichen sind auch nicht viele Erklärungen nötig. “Die große Pause und all die Veränderungen, die mit ihr kommen”, schreibt Lee unter den Post. Insgesamt 12 Symbole hat der Künstler entworfen. 

“Ich glaube, was die Welt gerade durchmacht, ist ein großer Moment in der Geschichte, der tiefgehende Auswirkungen auf das Verhalten, die Kommunikation und die Wahrnehmung der Menschen haben wird. Vor diesem Hintergrund dachte ich, wir brauchen neue Emojis, die unsere neue Realität widerspiegeln”, sagte Lee der Webseite “Fast Company”. Humor sei auch in Krisen ein wichtiger Teil des Lebens, der dabei helfe, schwierige Zeiten zu überstehen. “Wenn das die Leute an einem harten Tag für einen Moment zum Lächeln bringt, würde es mich freuen”, so Lee weiter.

Coronavirus: Diese Mythen sind Blödsinn

Antirassismus-Schutzmaske

Doch gerade beim Thema Rassismus ist es dem Künstler ernst. Die Ausgrenzung von Asiaten schlug am Anfang der Ausbreitung des Coronavirus hohe Wellen in vielen Ländern, als das Virus noch ausschließlich in China grassierte. Dazu hat er eine spezielle “Antivirale Antirassismus-Maske” entworfen, die nicht nur den Mund- und Nasenbereich, sondern gleich das ganze Gesicht schützt. “Leider ein sehr notwendiges Produkt heutzutage”, schreibt Lee darunter.

Die Kreationen von Ji Lee sind nur Teil eines Kunstprojekts und nicht offiziell für die breite Kommunikation freigegeben.

VIDEO: Auf dem Sofa weiterbilden: Virtueller Museumsbesuch