Knall, Feuerbälle, Notlandung: Passagiere erleben Horrorstart

Moritz Piehler
Freier Autor
Ein Philippine-Airlines-Flugzeug wie dieses wurde jetzt durch die Feuerbälle zur Notlandung gezwungen. (Symbolbild: Jay Directo/AFP via Getty )

Es waren furchtbare Minuten an Bord von Philippine-Airlines-Flug 113. Kurz nach dem Start in Los Angeles fing eines der Triebwerke an zu brennen und spuckte Feuerbälle. Ein Passagier filmte das beängstigende Schauspiel von seinem Fensterplatz aus. Glücklicherweise blieben alle unverletzt.

Die Boeingmaschine hatte eben erst den Flughafen der kalifornischen Metropole verlassen, um ihren Flug in Richtung der philippinischen Hauptstadt Manila anzutreten. Doch der Flug, der eigentlich um die 15 Stunden dauern sollte, war bereits nach kurzer Zeit wieder beendet. Direkt nach dem Start bemerkte der Pilot, dass etwas mit dem Flieger nicht stimmte. Kurz darauf sahen die Passagiere mit Entsetzen, wie auf der rechten Seite der Maschine Feuerbälle aus dem Triebwerk flogen.

Der lokale Kabelsender “KABC-TV” sprach mit dem Passagier Walter Baumann: „Ich konnte Lichtblitze sehen“, sagte er dem Sender. Zunächst habe er es einfach für Sonnenstrahlen gehalten. “Doch dann hörte ich es laut ,Bumm, Bumm, Bumm‘ machen. Ich sah aus dem Fenster, wie Feuerbälle aus dem Triebwerk schossen.“ Direkt am Fenster saß auch Connor Burton und filmte hinter der Tragfläche, wie der Motor Feuer spuckte.

Das Video teilte auch Geri Camahort Lamata, die gemeinsam mit ihrer Mutter ebenfalls an Bord der Maschine war. Auf Facebook beschrieb sie den Vorfall als die “schrecklichsten fünfzehn Minuten unseres Lebens.” Der Website Philstar.som sagte Lamata, sie habe kurz nach dem Start laute Knallgeräusche gehört. “Erst dachte ich, es wären nur die Reifen, aber dann ging es weiter und das Flugzeug ruckte bei jedem lauten Knall.” Spätestens als die Flugbegleiterin nach vorne ins Cockpit gerannt sei, habe sie gewusst, das etwas nicht stimme.

Auch vom Boden aus sah der Vorfall spektakulär aus. Andrew Ames, der mit seinem Auto auf der Straße unterhalb des Fliegers unterwegs war und die Feuerbälle fotografieren konnte, beschrieb es gegenüber dem Lokalsender so: „Das hat ausgesehen wie die Fehlzündung eines Motorrads. Nach ungefähr 20 Sekunden sah man plötzlich kein Feuer mehr. Das Flugzeug drehte scharf nach links und es wirkte so, als würden sie umdrehen.“

Die Airline PAL bestätigte, dass Flug PR113 kurz nach dem Start technische Probleme mit einem der Motoren hatte. In einem Statement versicherte PAL, dass alle 342 Passagiere und auch alle 18 Crewmitglieder unverletzt und in Sicherheit seien. "Captain Tristan Simeon und seine Crew entschieden, umzudrehen, zum Flughafen zurückzukehren und als Vorsichtsmaßnahme notzulanden”, so das Statement weiter.

Im Oktober 2018 und im Mai diesen Jahres war Boeing bereits weltweit in die Schlagzeilen geraten, als zweimal Boeingmaschinen verunglückten. Die tödlichen Abstürze kosteten insgesamt 346 Menschenleben. Beide Unglücksfälle betrafen allerdings Maschinen des Typs 737 Max. Der Passagierflug, der jetzt notlanden musste, war eine Boeing 777. Ursachen für den flammenden Motor konnte die Airline bisher nicht nennen.