Kombination aus Jacke und Schlafsack: Wie der "Shelter-Suit" Leben retten soll

Ann-Catherin Karg
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Der niederländische Designer Bas Timmer hat mit dem "Shelter-Suit" ein wirklich besonderes Kleidungsstück entworfen. Er ist wasserabweisend und kann sowohl als Jacke wie auch als Schlafsack benutzt werden. Zugute kommt er Menschen, die besonders auf praktische Innovationen wie diese angewiesen sind: Obdachlose und Geflüchtete, die unter extrem schwierigen Bedingungen in Flüchtlingslagern leben.

Ein niederländischer Desginer entwickelte ein spezielles Kleidungsstück für Obdachlose. (Symbolbild: Getty Images)
Ein niederländischer Desginer entwickelte ein spezielles Kleidungsstück für Obdachlose. (Symbolbild: Getty Images)

Vor sieben Jahren hat ein Erlebnis die Karriere des niederländischen Designers Bas Timmer schwer beeinflusst: Laut "tagesschau.de" erfror damals der Vater zweier seiner Freunde, der auf der Straße lebte. Besonders tragisch: Bei eisigen Temperaturen hatte der Mann zuvor noch eine Notunterkunft für Obdachlose aufgesucht, war aus Platzgründen aber abgewiesen worden.

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Warm, leicht und praktisch

Angesichts der Unmengen an Kleidung, die die Modeindustrie jeden Tag produziert und die zu einem großen Teil auch wieder verbrannt wird, fand Timmer das unfassbar. Es müsste doch möglich sein, alle Menschen mit Kleidung auszustatten, die sie auch im Winter warmhält, dachte er sich. Und dann legte er los.

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Seine Idee: Ein wasserabweisender und gut wärmender Schlafsack, der auch als Jacke mit großer Kapuze und integriertem Schal getragen werden kann, leicht zu transportieren ist und sogar als Tasche benutzt werden kann. "Shelter-Suit" nannte er seine Erfindung, für die ihn das "Time-Magazine" vor kurzem zum "Young Leader of the Year" ernannt hat.

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Auch in Flüchtlingslagen ist der Bedarf groß

Allein in Europa wurden bislang 12.500 "Shelter-Suits" an Obdachlose verteilt und auch in die USA und nach Südafrika wurden die Lebensretter bereits verschickt. Dies in Zusammenarbeit mit UNICEF und befeuert durch die Not in Folge der Corona-Pandemie, die die Obdachlosenzahlen nach oben treibt. Doch auch in Flüchtlingslagern wie in Moria kommen die Schutzoveralls zum Einsatz und sollen dafür sorgen, dass die Menschen trotz aller Not wenigstens nicht allzu sehr unter der Kälte leiden müssen.

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Sozial und nachhaltig

Gefertigt werden die "Shelter-Suits" von Geflüchteten und Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben. Dafür waschen und recyceln sie Zeltplanen, die für die wasserabweisende Außenhülle verwendet werden, und gespendete Schlafsäcke für das Innenfutter. Seine Motivation für das so nachhaltige wie soziale Projekt fasst Timmer so zusammen: "Wir glauben, jeder Mensch verdient Wärme, Schutz und Würde."

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