Kontroverse um Kellnerin, die schwangerer Frau keinen Alkohol ausschenken wollte

Eine Kellnerin dachte, dass eine ihrer Gäste schwanger sei. Foto: Getty

Eine Kellnerin hat im Internet eine Diskussion entfacht. Sie gestand, dass sie einer Frau heimlich alkoholfreie Cocktails ausgeschenkt hatte, weil sie dachte, dass diese schwanger sei.

Auf Reddit fragte die Kellnerin, deren Name nicht bekannt ist, ob sie ein Arschloch sei, weil sie einer schwangeren Frau einen alkoholfreien Cocktail ausgeschenkt hatte.

Die Frau erklärte, dass sie seit drei Jahren als Kellnerin arbeiten würde und eines Abends eine Gruppe von Freunden bediente.

Diese bestellten zu Beginn des Abends eine Runde Cocktails und sie brachte ihnen ihre Bestellung gerne.

Aber als sie erneut an dem Tisch vorbeikam, hörte sie die Gruppe über die Schwangerschaft einer der anwesenden Frauen sprechen.

„Etwa fünf Minuten später riefen sie mich erneut und bestellten eine weitere Runde“, fuhr sie fort. „Zu diesem Zeitpunkt begann ich mir Sorgen zu machen, aber ich nahm die Bestellung freundlich auf und sagte, dass ich sie gleich bringen würde. Diesmal ging ich zum Barkeeper und bat ihn, einen Cocktail als alkoholfreie Virgin-Version zu mixen.“

Die “schwangere” Frau trank mit ihren Freunden. Foto: Getty

Die Freunde tranken weiter und mit dabei war „Fräulein Schwanger“, die nicht zu merken schien, dass ihre Drinks alkoholfrei waren. Und obwohl der Barkeeper ihre Cocktails als „Virgin“ auf die Rechnung setzte, fiel das zunächst nicht auf und die Gruppe verließ das Restaurant ohne Vorfälle.

„Ein paar Minuten später kam Fräulein Schwanger aber zurück und fragte, was Virgin auf der Rechnung bedeutete. Ich gestand, dass es für alkoholfrei stand“, erzählte sie weiter in dem Posting.

„Dann starrte sie mich einige Sekunden lang an und fragte mich dann, ob sie einen alkoholfreien Cocktail bestellt hätte. Ich verneinte, aber erklärte ihr, dass ich davon ausgegangen war, dass sie einen wollte, weil sie anscheinend schwanger war. Ich gebe zu, das war eine faule Ausrede. Aber sie sah mir in die Augen und verlangte ihren Anteil am Trinkgeld zurück. Ich gab ihr das Geld. Dann sprach sie mit meinem Vorgesetzten.“

Die Kellnerin schrieb, dass sie auf unbestimmte Zeit vom Dienst suspendiert worden war und jeder im Restaurant der Meinung war, dass sie das Falsche getan hätte.

Aber sie erklärte, dass sie es getan hatte, weil sie nicht für eine mögliche Fetale Alkoholspektrum-Störung (FASD) des Babys verantwortlich sein wollte.

Mit FASD beschreibt man die lebenslangen Beeinträchtigungen in der körperlichen und/oder neurologischen Entwicklung, die dadurch verursacht werden können, dass der Fötus Alkohol ausgesetzt war.

Ihre Cocktails wurden als Virgin auf die Rechnung gesetzt, was sie schließlich bemerkte. Foto: Getty

Das Posting löste eine riesige Diskussion aus, wobei 3.000 Menschen in weniger als 24 Stunden Kommentare hinterließen.

„Wenn du nicht gesehen hast, wie die Frau auf einen Schwangerschaftstest gepinkelt hat, kannst du nicht mit Sicherheit sagen, dass sie schwanger war.Vielleicht haben sie auch über jemanden anders gesprochen“, schrieb jemand.

„Ich habe die meiste Zeit meines Lebens in der Gastronomie gearbeitet und die Hälfte davon war ich in einer leitenden Position. Wäre ich dein Manager, hätte ich dich auf der Stelle gefeuert. Ich bin ganz deiner Meinung, dass schwangere Frauen nicht trinken sollten, aber du kannst NIEMALS die Bestellung von Kunden einfach ändern, ohne dass sie dem zustimmen“, war eine andere Reaktion.

„Es steht dir nicht zu, zu entscheiden, was eine volljährige Person zu sich nimmt. Kümmere dich um deinen eigenen Kram“, war ein dritter Kommentar.

Insgesamt ging sie aus der Gleichung als Arschloch hervor, aber es gab auch viele, die sie in Schutz nahmen. Allerdings meinten auch sie, dass sie das Ganze wahrscheinlich anders angegangen wären.

„Sie hätte sich von Anfang an weigern sollen, der Frau Alkohol auszuschenken“, schrieb jemand.

„Du hast aus guter Absicht gehandelt“, schrieb jemand anderes.

„Frauen, die während der Schwangerschaft trinken, widern mich unglaublich an. Ich habe Fälle von FAS gesehen. Ich kann nicht glauben, dass jemand bewusst dieses Risiko eingeht und sowas seinem Kind antun würde“, schrieb eine wütende andere Person.

Kristine Tarbert