Koreanische Band legt sich für neues Video unters Messer

„Six Bomb“ unterzogen sich für ihr neues Video einer Reihe von Schönheits-OPs. (Bild: Yelim Lee / AFP)

Das nennt man wohl vollen Körpereinsatz: Für ihr neues Video unterzogen sich die Mitglieder der koreanischen K-Pop-Band „Six Bomb“ verschiedener Schönheitsoperationen – und finden das ganz normal.

Etwa 90.000 Dollar (rund 84.000 Euro) investierten die Südkoreanerinnen in chirurgische Eingriffe. Das gewünschte Ergebnis: rundere Augen, größere Brüste und schmalere Gesichter. Damit trägt die Band dem Schönheits-OP-Wahn ihrer Heimat Rechnung.

Videoaufnahmen zeigen die Musikerinnen beim Besuch einer Klinik, später sind sie liegend auf dem OP-Tisch zu sehen. Ein weiteres Video zeigt ein Bandmitglied mit bandagiertem Kopf und Sonnenbrille bei der Tanzprobe.

Ein Bandmitglied vor und nach dem Eingriff. (Bild: Yeon-Je Jung)

Das Video stellt das wettbewerbs- und schönheitsfixierte Südkorea ins Rampenlicht. Bei einer Einwohnerzahl von 50 Millionen ist das Land der weltweit drittgrößte Markt für plastische Chirurgie. Geschätzte 1,2 Millionen Schönheitsoperationen finden hier jährlich statt, das Thema ist omnipräsent. „Jeder außer dir hat es schon gemacht“, wird beispielsweise auf Plakaten für OPs geworben.

Die Band selbst sieht darin aber kein Problem: „Wir wollten alle eine Operation, um schöner auszusehen, und dachten: ‚Warum nicht einen Song darüber performen, anstatt es verstecken zu wollen?’“, so „Six Bomb“-Sängerin Dain gegenüber dem Nachrichtenportal „AFP“.

„Die Leute werden es ja sowieso bemerken. Also wollten wir offen über diese Wirklichkeit sprechen, in der eben viele Frauen schön aussehen möchten“, so die Sängerin weiter. Das Projekt wurde von ihrem Management finanziert, das 100 Millionen Won (rund 84.000 Euro) in die Rundumerneuerung investierte – und das, wie der Manager der Band Kim Il-Woong sagte, „für fast jede OP, die auf einem Gesicht möglich ist“.

Während es vielerorts Kritik und Unverständnis hagelt, sieht das Management die Lage gelassen. „Wir haben kein Verbrechen begangen. Unser einziges Verbrechen ist es anscheinend, so offen darüber zu reden“. Schließlich, so Il-Woong, würden sich viele Prominente unters Messer legen – die meisten reden nur nicht darüber.