KORREKTUR: Bauernpräsident warnt vor Verlagerung der Tierhaltung ins Ausland

(Im vierten Absatz wurde der von Rukwied genannte Rückgang des Schweinebestandes korrigiert. Er bezieht sich auf einen Zeitraum von zehn Jahren rpt zehn Jahren (nicht: von 2020 bis 2023).)

CLOPPENBURG (dpa-AFX) - Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, hat vor einem weiteren Rückgang der Tierhaltung in Deutschland gewarnt. "Wir verabschieden uns mit unserer Produktion aus Deutschland", sage Rukwied am Dienstag beim Veredelungstag des Bauernverbandes in Cloppenburg. Die Politik wolle höhere Standards im Tierschutz und bei den Umweltauflagen.

Damit verabschiede sich die Politik von der Tierhaltung und fördere gleichzeitig die Einfuhr von Fleisch aus Ländern, die nicht nach den hohen deutschen Standards produzierten, sagte Rukwied: "Was mich nachdenklich macht: Ein Teil der politischen Landschaft findet das auch noch gut." Er fühle sich dabei schlecht, weil damit die Existenz von jahrzehntealten Familienbetrieben in Gefahr sei.

Die Politik müsse dafür sorgen, dass die Landwirte den Mehraufwand für bessere Haltungsformen auch vergütet bekommen, forderte Rukwied. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) habe bislang nur einen "ersten Schritt in die richtige Richtung" getan.

Die Nutztierhaltung in Deutschland sei an einem Kipppunkt angekommen, sagte Rukwied. Seinen Angaben zufolge sank der Schweinebestand in den vergangenen zehn Jahren um 6,7 Millionen auf 21 Millionen Tiere, während die Zahl in Spanien um 9,2 Millionen auf 34 Millionen Schweine anstieg. "Das stimmt mich nachdenklich", sagte Rukwied.