Kosmetikprodukte: Warum diese Verpackung besonders schlecht für die Umwelt ist

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Shampoos, Duschgels und Cremedosen erzeugen Unmengen an Plastikmüll. Wer sich nicht für verpackungsfreie Seife oder wiederbefüllbare Tiegel entscheiden kann, sollte zumindest auf die Farbe der Plastikverpackung achten. Ein bestimmter Farbton ist besonders schlecht zu recyceln.

Kosmetikprodukte sind oft in Plastikbehältern erhältlich (Symbolbild: Getty Images)

Ein Besuch im Drogeriemarkt kann ein echter Genuss für die Sinne sein – all diese wunderbaren Gerüche und Texturen. Doch kaum ein Konsument denkt an die Unmengen an Verpackungsmüll, die Shampoo, Duschgels und Cremedosen nach ihrem Gebrauch hinterlassen. Und noch schlimmer: Beim Kauf wird selten auf die Beschaffenheit der Verpackungen geachtet - und schon gar nicht auf die Farbe. Dabei kann genau die ausschlaggebend für die Wiederverwertbarkeit des Grundstoffs sein.

Schwarze Plastikverpackungen stellen aufgrund des bislang verwendeten Farbstoffs eine Herausforderung in Sachen Recycling dar: Die in den Wertstoff-Anlagen verwendete Nahinfrarot-Technologie, die die Reflexion von Licht zur Stofferkennung und Sortierung nutzt, kann das Material von schwarzer Verpackung nicht richtig identifizieren. Deshalb landen schwarze Plastikflaschen von Duschgels oder Shampoos oft direkt in Verbrennungsanlagen, während Verpackungen anderer Farben einfacher wiederverwertet werden können.

Studie: Menschen nehmen wöchentlich bis zu fünf Gramm Mikroplastik auf

Schwarze Plastikflaschen lassen sich besonders schwer recyceln (Symbolbild: Getty Images)

Eine Lösung für schwarze Verpackungen ist in Sicht

Langfristig geplant ist es, Verpackungen nicht nur nach Materialart, sondern auch nach Farben zu trennen und entsprechend zu recyceln, dies würde auch die Qualität der wiederverwerteten Stoffe verbessern. Diesen Aufwand leisten bislang allerdings nur sehr wenige Recycling-Betriebe. Doch auch aus dem Bereich der schwarzen Verpackungen, die häufig etwa bei Herrenkosmetik, Reinigungsprodukten und Waschmitteln eingesetzt werden, gibt es Neuigkeiten: Hersteller Henkel arbeitet an einer Lösung für vollständig recycelbare schwarze Plastikverpackungen. Das neue Verpackungsmaterial soll auf einem alternativen schwarzen Farbstoff basieren und von den Sensoren auf den Recyclinghöfen automatisch erkannt werden können.

Umweltfreundlich: “Peinliche” Plastiktüten für den Umweltschutz

Derzeit am leichtesten recycelbar sind übrigens weiße und transparente Plastikverpackungen. Noch besser für die Umwelt sind natürlich wiederverwertbare Flaschen für Waschmittel oder Duschgel oder gar verpackungsfreie Produkte wie Seifen, die auch als “festes Shampoo“ für die Haare eingesetzt werden können – und keine Plastikflaschen hinterlassen.

VIDEO: Fluss nach wenigen Tagen wieder voller Plastikmüll