Krank im Urlaub? Facebook-Fotos lassen Familie auffliegen

Kamilia Palu
·News Editor
·Lesedauer: 3 Min.

Eine Familie forderte eine Entschädigung von ihrem Reiseveranstalter, weil sie angeblich im Urlaub krank geworden ist. Doch die bei Facebook geposteten Bilder ihrer Reise beweisen, dass es sich dabei um nichts anderes als einen Betrugsversuch handelte.

Woman traveler walking alone with suitcase bag. Travel weekend vacation trip.
Vorgetäuschte Krankheit: Eine englische Familie wollte sich ihren Urlaub nachträglich vom Reiseveranstalter bezahlen lassen. (Symbolbild: Getty Images)

Christopher Byng (38), Barbara Byng (64), Linda Lane (36) und Anthony Byng (66) aus Middlesbrough in England wurden am Freitag wegen Missachtung des Gerichts am Teesside Combined Court verurteilt. Sie gaben zu, fälschlich eine Magen-Darm-Erkrankung angegeben zu haben, um eine Rückzahlung mehrerer zehntausend englischer Pfund von ihrem Reiseveranstalter Jet 2 Holidays zu erreichen.

Nachträglich erkrankt?

Die Familie gab an, dass sie und die zwei mitreisenden Kinder unter verschiedenen Symptomen wie Magenkrämpfen, Übelkeit und Durchfall gelitten hatten. Grund dafür soll eine Lebensmittelvergiftung bei einem All-Inclusive-Aufenthalt im Hotel Paradise Lago Taurito and Waterpark auf Gran Canaria im November 2016 gewesen sein. Sie reichten Klage gegen den Reiseveranstalter ein, der die Anschuldigungen abstritt.

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Bei den Ermittlungen wurden jedoch Beweise gefunden, dass die Anschuldigungen nicht der Wahrheit entsprachen. Zu den Beweisen gehörten mehrere Social-Media-Postings der Familie mit Fotos und Videos, die zeigen, wie sie den Urlaub genießen, obwohl sie angeblich krank waren. So sieht man sie beispielsweise auf einer Wasserrutsche, beim Schwimmen im Pool und bei Drinks an der Bar. Eine Krankheit wurde nie erwähnt, obwohl sie behaupteten, zu diesem Zeitpunkt unter starken Symptomen gelitten zu haben.

Linda Lane (36) postete Fotos von der Reise auf Facebook. (Bild: Facebook)
Linda Lane (36) postete Fotos von der Reise auf Facebook. (Bild: Facebook)

Zudem antwortete Christopher Byng bei einer Umfrage, die Jet2 Holidays ihm zuschickte, dass er mit der Auswahl, Sauberkeit und Qualität des Essens im Hotel "sehr zufrieden" war. Auf die Frage, ob sich jemand im Urlaub nicht wohlgefühlt habe, antwortete er nicht. Byng gab an, dass er "sehr wahrscheinlich" innerhalb der nächsten 12 Monate wieder einen Urlaub bei Jet2holidays buchen wird.

Christopher, Barbara und Anthony Byng wurden zu Freiheitsstrafen von vier Monaten verurteilt, Linda zu einer Bewährungsstrafe. Außerdem müssen sie Jet2 Holidays die angefallenen Prozesskosten erstatten.

Kein Mitleid für Betrüger

Bei der Urteilsverkündung stellte der Richter Mark Gargan fest, dass "falsche Forderungen wegen Krankheit im Urlaub sehr häufig vorkommen". Er fügte hinzu, dass diese Behauptungen "nicht lediglich Übertreibungen", sondern "völlig frei erfunden" waren.

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Der Geschäftsführer von Jet2holidays Steve Heapy sagte dazu: "Wir gehen äußerst entschieden gegen das Problem unwahrer Krankheitsbehauptungen vor. Falsche Entschädigungsforderungen sind schlicht und einfach Betrug, und wir sorgen mit großem Nachdruck dafür, dass die Menschen verstehen, welche schwerwiegenden Folgen ihr Handeln haben kann. Das heutige Urteil macht dies einmal mehr deutlich und sendet eine sehr klare Botschaft. Wir haben keine Skrupel, gegen Betrüger vorzugehen, und die Gerichte haben kein Mitleid mit ihnen."

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