Krieg in Nordsyrien: Fridays for Future solidarisiert sich mit Rojava

Einige FFF-Gruppen haben ihre Logos in die Farben Rojavas geändert (Bild: Fridays for Future Frankfurt am Main/Facebook)

Nach dem türkischen Einmarsch in Nordsyrien hat die Klima-Protestbewegung Fridays for Future ihre Solidarität mit der Selbstverwaltung in den Kurdengebieten (Rojava) erklärt.

“Wir, die FridaysForFuture Gruppen, verurteilen den Angriff der türkischen Armee auf die Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien / Rojava”, heißt es in einem Statement, das auf der Webseite von Fridays for Future Frankfurt am Main veröffentlicht wurde. “Wir sind Teil der globalen Klimagerechtigkeitsbewegung, ebenso wie die Menschen in Rojava, die eine Gesellschaft aufbauen, die auf den Prinzipien der radikalen Demokratie, der Frauenbefreiung und insbesondere der Ökologie basiert.”

“Aus diesem Grund hat uns die lokale Gruppe FridaysForFuture-Rojava aufgefordert, zu handeln, und wir müssen in Solidarität mit den Menschen in Nordostsyrien stehen, die von der türkischen Invasion bedroht sind. Wir fordern alle auf, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um diesen Krieg zu beenden.”

Umweltschutz im Krisengebiet

FFF verweist auf Rojava und die Demokratische Föderation als “Beispiele für den Aufbau einer ökologischen, demokratischen und feministischen Gesellschaft.” Der von der dortigen Selbstverwaltung praktizierte Demokratische Konföderalismus orientiert sich unter anderem an den Lehren des einflussreichen Öko-Anarchisten Murray Bookchin. Lokale und internationale Aktivisten betreiben seit einigen Jahren unter anderem Projekte zur Wiederaufforstung und Etablierung einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Auch die bisherigen ökologischen Errungenschaften sind nun durch den Angriff akut bedroht. “Der Krieg des türkischen Staates gegen Rojava ist sowohl eine tiefe humanitäre als auch eine ökologische Krise”, schreibt Fridays for Future dazu. “Tausende von Menschen fliehen bereits vor den Angriffen, die die Städte und Dörfer von Rojava zerstört haben. Die Zerstörung der Natur in diesem Krieg wird tiefe Auswirkungen auf die Ökosysteme in der Region haben, die das Leben für die heutigen und kommenden Generationen erschweren werden.”

#FridaysForPeace als Motto für Klimastreik

Teilnehmer des Klimastreiks am Freitag den 18. Oktober werden deshalb dazu aufgerufen, sich mit Aktionen unter dem Motto “#FridaysForPeace” gegen die Offensive und deren Begünstigung durch die deutsche und europäische Türkeipolitik und Waffenexporte einzusetzen. Zudem appelliert FFF an seine Unterstützer, sich auch an den für den 19. Oktober in mehreren Städten geplanten Protesten gegen den türkischen Angriff zu beteiligen.

Der Aufruf wurde von Ortsgruppen aus über 60 deutschen Städten sowie FFF-Gruppen aus Italien, den USA, der Schweiz, Griechenland, dem Iran und Rojava unterzeichnet.