Kultmarke Diesel feiert Follower-Verlust auf Instagram – das ist der Grund

Angelika Zahn
Freie Journalistin

Mehr als 14.000 Fans verlor Diesel in einer Woche bei Instagram. Warum? Das ist im Jahr 2019 fast nicht zu glauben ...

Eine Modemarke zeigt Haltung: Das italienische Unternehmen Diesel feiert momentan die Diversität und hat eine eigene, kunterbunte Capsule Collection mit dem Namen “Pride“ auf den Markt gebracht. Die Regenbogenfarben der LGBTQ+-Community werden in jedem der mehr als 20 Streetwear-Styles aufgegriffen, die Unterwäsche, Hoodies, T-Shirts, Shorts, Schlappen und Caps tragen außerdem das plakative Label “DIESEL PRIDE“.

“Wir haben das Recht zu sein, wer wir sind. Ohne Diskussionen“, lautet die Message der Kultmarke. Aus dem Verkaufserlös will man einen Teil an die “The Stonewall In Gives Back Initiative“ spenden, eine non-profit Organisation, die soziale LGBTQ+-Projekte weltweit unterstützt.

“Thank you!“: Auf solche Follower kann Diesel verzichten

Eine super Aktion, würde man meinen. Doch offenbar sehen das auch im Jahr 2019 nicht alle so: Wie das Label in einem Instagram-Post öffentlich machte, verlor es durch “Pride“ offenbar eine Menge Anhänger. “-14000 Followers after wie showed our Pride“, (deutsch: “14.000 Follower weniger, nachdem wir unsere Pride gezeigt haben“) schreiben sie auf ein Bild, das einen Teil der Kollektion zeigt. Und fügen ein “Thank you!“ hinzu.

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Denn auf Fans, die ihre Botschaft #loveislove nicht teilen, hat man bei Diesel offenbar keine Lust. Unter dem Post erklären sie das: „Seit über 40 Jahren sind wir stolz auf unsere Überzeugungen und wir glauben an #pride. Für diejenigen, die nicht daran glauben, inklusive der 14.000 Follower, die uns in der vergangenen Woche verlassen haben.... bye bye!“ Diejenigen, die an die gleichen Werte glauben, laden sie dazu ein, den Fakt zu feiern, dass Liebe Liebe ist.

Diesel provoziert gerne mit seinen Slogans (Bild: Getty Images)

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Viele neue Follower und positive Kommentare

In den Kommentaren bekommen sie viel Zuspruch für diese Haltung. “Unglaublich – aber wir werden niemals still sein!“, schreibt ein Follower. “Diese 14k sind arme Seelen, weil sie nicht wissen, was Leben und Liebe in Diversität wirklich bedeuten“, ergänzt ein anderer.

Und offenbar kommen jetzt auch viele neue Follower hinzu, die dieses klare Statement zu schätzen wissen: “Vielen Dank fürs Menschlichsein. Ein neuer Follower ist hier!“, bedankt sich zum Beispiel einer.

Nicht nur Diesel verlor Follower durch Solidarität mit LGBTQ+

Diesel ist nicht das einzige Unternehmen, das durch das offene Bekenntnis zur LGBTQ+-Community, von Fans kritisiert und abgestraft wurde. Im März 2018 verlor die niederländische Modemarke “Suitsupply“ 14.000 Follower, weil sie ihre Anzüge mit einem sich küssenden, schwulen Pärchen bewarb.


Und auch die englische Moderatorin Scarlett Moffatt bekam reichlich Gegenwind, nachdem sie im Regenbogenoutfit ihre Solidarität mit der LGBTQ+-Gemeinschaft öffentlich machte: 7.000 Menschen weniger folgten ihr daraufhin auf Instagram.

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