Kunden der Lufthansa können ihren CO2-Ausstoß mit Bio-Sprit ausgleichen

Jennifer Caprarella
Freie Autorin

Bio-Treibstoff für Flugzeuge gibt es längst, doch ist der viermal so teuer als der herkömmliche Sprit, weswegen er nur selten zum Einsatz kommt. Die Lufthansa lässt ihre Passagiere nun auf Wunsch Bio tanken - wenn auch nicht auf dem eigenen Flug.

Wie schlecht die Ökobilanz von Flugreisen ist, kann man mit bloßem Auge sehen - die Lufthansa lässt ihre Kunden nun Bio-Sprit tanken (Bild: Getty Images)

Compensaid heißt die Plattform, mit der Kunden der Lufthansa zukünftig ihre individuelle CO2-Bilanz für den gebuchten Flug ausgleichen können. Der Passagier bekommt hierbei die Option, die für die jeweilige Flugstrecke benötigte Kerosinmenge mit sogenanntem Sustainable Aviation Fuel, also nachhaltigem Treibstoff, zu ersetzen. Zumindest indirekt, denn der Bio-Sprit kommt nicht bei der betreffenden Reise zum Einsatz, sondern bei einem anderen Lufthansa-Flug.

Umweltschonend reisen: 5 Tipps, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren

Ausgleichen können Passagiere die CO2-Emissionen nicht nur auf Flügen der Lufthansa Group, sondern bei allen Airlines. Über ein Tracking-Tool können die Kunden ihren Kerosinverbrauch direkt berechnen und ausgleichen lassen - der erwirtschaftete Bio-Treibstoff wird dann allerdings ausschließlich bei der Lufthansa getankt.

Polierte Öko-Bilanz auf Kosten der Kunden?

Aus Sicht des Umweltschutzes lohnt sich das, denn diese Treibstoffe verringern die Emissionen von CO2 um rund 80 Prozent. Wie bereits erwähnt, sind sie jedoch alles andere als billig.

Für einen Economy-Flug von München nach Berlin-Tegel müssen für einen einzelnen Passagier laut Compensaid 177,81 Kilogramm CO2 kompensiert werden. Kostenpunkt: 138,93 Euro.

Für einen besonders klimapositiven Beitrag bietet die Plattform an, seinen Beitrag manuell zu erhöhen. Wer nicht bereit ist, solche Summen zu zahlen, kann alternativ in ein Aufforstungsprojekt investieren, was den Geldbeutel weniger belastet. Bei dem oben genannten Flug von München nach Berlin wäre ein Mindestbeitrag von 4,19 Euro fällig. Optional kann man seine Kompensation zwischen den beiden Projekten aufteilen.

Umweltsünde vor Augen geführt: Süßes Vogelfoto ist auf den zweiten Blick ein echter Schocker

Seit Anfang August können sich Passagiere auf der Plattform registrieren und ihren CO2-Ausstoß kompensieren. Sollte sie Zuspruch finden, sei laut Lufthansa ein Ausbau des Partnernetzwerks für die Kompensation sowie die Ausweitung des Dienstes auf jegliche Fortbewegungsmittel und deren CO2-Emissionen geplant.

Video: Laut Compensaid-Partner MyClimate ist die Bereitschaft für CO2-Kompensation durchaus vorhanden