Kurden gegen Türken: Kreisliga-Partie nach Militärgruß von Polizei gesichert

Ben Barthmann
freier Sportjournalist

In Neuss kam es am Donnerstagabend zum Spielabbruch einer Partie zwischen einer türkischen und einer kurdischen Mannschaft. Eine Hundertschaft der Polizei musste ausrücken.

Die Polizei musste in Neuss einschreiten. (Bild: Getty Images)

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, musste die Partie zwischen der SG Efrttal Anadolu 98 und dem kurdischen Klub KSV Mesopotamia abgebrochen werden. Die Partie war vom Fußball-Verband Nordrhein-Westfalens bereits im Vorfeld als kritisch eingestuft worden, weshalb Polizisten vor Ort waren.

Als es in der zweiten Halbzeit allerdings zu verbalen Auseinandersetzungen kam, eskalierte die bislang friedliche Lage. Nachdem die Kurden einen Platzverweis hinnehmen mussten, zog Anadolu davon. Nach dem 3:0 zeigte ein türkischer Spieler offenbar den Militärgruß, den die Nationalmannschaft der Türkei gegen Albanien und Frankreich vorgemacht hatte.

Die Polizei trennte beide Parteien und sorgte dafür, dass es nicht zu Handgreiflichkeiten kam. Beide Mannschaften bezogen inzwischen Stellung. Ein Urteil des Sportgerichts über die Partie steht noch aus.

Klubs schieben sich gegenseitig die Schuld zu

Anadolu sah in einem Facebook-Statement die Schuld für den Spielabbruch bei den kurdischen Fans, etwa 700 Zuschauer wurden vermeldet, die die türkischen Spieler und Fans beleidigt hätten: “Wir als Anadolu möchten Fussball spielen und diese Plattform nicht für politische Auseinandersetzungen anbieten.”

Die Kurden sahen das gegenüber fupa.net anders. Sie hätten sich “nicht provozieren lassen” und wären nur aufgrund des Militärgrußes vom Platz gegangen: “Der Militärgruß der Spieler der SG Erftal hat auf einem Sportplatz nichts verloren. Dies hat der Schiedsrichter auch gesehen. Wir betonen nochmals: Auf einem Fusballplatz im Sport allgemein haben Rassismus, Gewalt und Diskriminierung nichts verloren! Egal ob das Spiel gegen uns gewertet wird oder nicht."