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Kuss-Skandal: Spanischer Fußball-Verbandschef Rubiales tritt zurück

Zuvor hatte die FIFA-Disziplinarkommission erklärt, zu prüfen, ob der Skandal-Kuss einen Verstoß gegen die "Grundsätze des Fairplay" nach Artikel 13 des FIFA-Reglements darstellt.

Außerdem wollte der spanische Fußballverband RFEF an diesem Freitag auf einer außerordentlichen Generalversammlung über die Zukunft von Rubiales beraten. Der Druck auf den 46-Jährigen war also enorm gestiegen. Nicht zuletzt dadurch, dass auch die spanische Regierung ankündigte, dass sie "einschreiten" werde, sollte der Veband weiter fest zu Rubiales stehen.

Der 46-Jährige hatte die Fußballerin Jenni Hermoso während der Siegerehrung in Sydney nach dem WM-Sieg Spaniens gegen England ungefragt und ihren Kopf in den Händen haltend auf den Mund geküsst - vor laufenden Kameras und einem Millionen-Publikum vor den Fernsehern.

Regierungschef Sánchez: "Inakzeptabel"

Rubiales hatte sich nach dem Vorfall entschuldigt und am vergangenen Montag gesagt, dass der Skandal-Kuss ohne bösen Willen und ohne böse Absicht passiert sei, in einem Moment "maximaler Überschwänglichkeit".

Dies wurde von Kritikerinnen und Kritikern als Abschwächung des Vorfalls eingeschätzt.

Prominentester Kritiker war der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez. Er sagte: "Was wir gesehen haben, ist inakzeptabel". Die spanische Spielerinnen-Gewerkschaft FutPro forderte "beispielhafte Maßnahmen".

Richtige Rückendeckung konnte Rubiales zuletzt nur noch von Verbandsseite erwarten. Angesichts des Drucks durch Institutionen wie die FIFA und die spanische Regierung sah er sich schließlich gezwungen, an diesem Donnerstagabend seinen Rücktritt zu erklären.