Laut Studie: Gesundheitsportale geben Nutzerdaten an Dritte weiter

teleschau

Laut einer Studie geben Gesundheitsportale fleißig Userdaten an Drittanbieter weiter. Die explizite Zustimmung der Nutzer holte keine der untersuchten Webseiten ein.

Datenschutz ist im Bereich Gesundheit besonders wichtig, das gilt vor allem bei psychischen Erkrankungen. Offenbar nehmen es einige Gesundheitsportale im Internet mit den sensiblen Daten nicht so genau. Laut NDR und "Süddeutscher Zeitung" hat eine Studie hierzu erschreckende Ergebnisse zutage gefördert. Demnach geben Gesundheitsportale, die auch über psychische Erkrankungen informieren, offenbar fleißig Daten an Dritte weiter. Die Nichtregierungsorganisation Privacy International fand auf 97 Prozent aller 136 untersuchten deutsch-, englisch- und französischsprachigen Portale Hinweise auf solche Drittanbieter, die über sogenannte Tracker Profile von Nutzern erstellen können.

In mindestens einem Fall seien sogar Antworten zu einem Depressionstest weitergegeben worden. Die explizite Einwilligung zur Weitergabe der Daten habe jedoch keine einzige der untersuchten Seiten eingeholt. Frederike Kaltenheuer von Privacy International warnt: "Das Ökosystem der Werbevermarkter ist so intransparent, da ist nicht klar, in welche Hände die Daten gelangen. Und wenn jemand weiß, wer depressiv ist, kann das gegen einen verwendet werden". Laut dem stellvertretenden Leiter der Hamburger Datenschutzbehörde, Ulrich Kühn, könnte die Weitergabe der Daten ohne Zustimmung der Nutzer eine rechtswidrige Datensammlung darstellen.