Lebensmittel retten und optimal lagern

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 4 Min.

Am 2. Mai ist Tag der Lebensmittelverschwendung. Rechnerisch ist das der Tag, bis zu dem jedes Jahr Lebensmittel für den Müll produziert werden. Hier gibt es Tipps, was jeder im Alltag tun kann, damit nicht mehr so viel Essbares in die Tonne wandert.

Top view of a white table filled with a large group of different types of food like carbohydrates, protein and dietary fiber. Food included in the composition are dairy products, sausages, minced meat, poultry, fish, bread, pasta, rice, beans, nuts, olive oil, fruits and vegetables. DSRL studio photo taken with Canon EOS 5D Mk II and Canon EF 70-200mm f/2.8L IS II USM Telephoto Zoom Lens
(Bild: Getty Images)

Zwischen 12 und 18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen laut Statista in Deutschland innerhalb eines Jahres im Müll. Die Abfälle entstehen an allen Stellen der Wertschöpfungskette, angefangen bei der Erzeugung in der Landwirtschaft, über die Weiterverarbeitung der Industrie, im Handel und auch beim Endverbraucher.

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Um an diese sinnlose Verschwendung von Lebensmitteln und Ressourcen zu erinnern, hat der WWF 2016 zum 2. Mai den Tag der Lebensmittelverschwendung ausgerufen. Der Tag markiert den Punkt, bis zu dem rechnerisch jedes Jahr produzierte Lebensmittel vernichtet werden. In Deutschland bis zu 18 Millionen Tonnen, weltweit sind es 1,3 Milliarden Tonnen.

Was jeder gegen Lebensmittelverschwendung tun kann

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Tipps zusammengetragen, die beim Retten von Lebensmitteln helfen und die jeder im Alltag anwenden kann:

  1. Möglichst immer mit einem Einkaufszettel einkaufen. So landen keine Impulskäufe und nichts Überflüssiges im Einkaufswagen.

  2. Lebensmittel, die bald ablaufen, sind im Supermarkt häufig besonders gekennzeichnet und können noch gekauft und auf diese Weise gerettet werden. Das gilt auch für Obst und Gemüse mit kleinen Fehlern.

  3. Lebensmittel richtig in den Kühlschrank einsortieren.

  4. Geöffnete Lebensmittel stets gut verschließen, abdecken oder umfüllen, z.B. mit Tellern, Gefrierbeuteln oder in Dosen.

  5. Regelmäßig die Haltbarkeit der vorrätigen Lebensmittel prüfen und alte Lebensmittel zuerst aufbrauchen. Selbst nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums können viele Produkte noch wochen- oder sogar monatelang gegessen werden. Mit Augen, Nase und Mund prüfen.

  6. Zu viel gekauft oder gekocht? Im Tiefkühlfach können Lebensmittel und Reste über Monate haltbar gemacht werden, zum Beispiel Brotscheiben, Kräuter, Kuchen und Nudeln. Mit Freunden, Nachbarn oder via Sharing-Plattformen im Internet lassen sich Lebensmittelreste teilen.

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Checkliste hilft beim Prüfen von Lebensmitteln

Für alle, die sich unsicher sind, ob Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist, noch genießbar sind, haben die Verbraucherschützer hier eine Checkliste bereitgestellt.

Lebensmittel optimal im Kühlschrank lagern

Um Lebensmittel möglichst lange haltbar zu machen, ist es wichtig, sie richtig zu lagern. Speisen wie Wurst, Käse oder Fleisch gehören in den Kühlschrank. Aber auch da kommt es auf den richtigen Platz an. Denn innerhalb des Kühlschranks herrschen unterschiedliche Temperaturen. Dabei gilt: Im unteren Fach, über dem Gemüsefach ist es mit 3 bis 4 Grad am kühlsten. Im mittleren Bereich beträgt die Temperatur 5 bis 6 Grad und im oberen Fach sowie in in der Gemüseschublade sind es etwa 8 bis 10 Grad.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Die Lebensmittel werden dann am besten nach Verderblichkeit in die entsprechenden Fächer einsortiert. In den kühlsten Bereich gehört Fleisch und Fisch, in die Mitte Milchprodukte und ganz nach oben zubereitete Speisen, angebrochene Lebensmittel oder lang haltbare Lebensmittel wie Marmeladen oder Gurken.

Diese Lebensmittel gehören nicht in den Kühlschrank

Nicht alle Lebensmittel eignen sich für den Kühlschrank. Brot etwa, verliert im Kühlschrank schneller seinen Geschmack. Am besten wird es bei Zimmertemperatur in einem luftdurchlässigen Behälter gelagert. Ein Tontopf ist optimal, auch Brotbeutel sind geeignet. Zudem empfiehlt es sich, das Brot immer auf der Schnittkante zu lagern.

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Auch Tomaten verlieren im Kühlschrank schnell ihr Aroma. Sie werden am besten bei 15 Grad gelagert, etwa im Keller oder in der Speisekammer. Das gilt auch für andere stark wasserhaltige Gemüsesorten wie Paprika, Gurken oder Zucchini.

Zitrusfrüchte wie Orangen oder Mandarinen gehören ebenfalls nicht in den Kühlschrank. Am längsten halten sich die Südfrüchte nicht zu dicht nebeneinander gelegt in der kühlen Speisekammer oder auch auf einer kühlen Fensterbank im Schlafzimmer.

Bananen halten sich am längsten an einem dunklen, kühleren Ort. Auch hier ist die Speisekammer gut geeignet, zudem empfiehlt es sich, Bananen hängend zu lagern.

Tipps: Auch wenn sie sich gut im Obstkorb machen – Bananen sollten nicht zusammen mit anderem Obst gelagert werden, da sie anderes Obst schneller verderben lassen. Wer grüne Bananen schneller reifen lassen will, kann sie zusammen mit Äpfeln lagern. Äpfel setzen Ethylen frei, das den Reifeprozess der Bananen beschleunigt. Das gleiche gilt für das Reifen von Tomaten.

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