Lecker Kochen ohne Strom: Bund erstellt "Notfallkochbuch" für den Blackout

Jennifer Caprarella
Freie Autorin

Ohne Strom ein leckeres und gesundes Mahl bereiten? Kein Problem, werden sich jetzt viele denken. Zumindest für einen Abend mag das stimmen - doch was, wenn über einen längeren Zeitraum weder Strom, Leitungswasser noch Lebensmittelversorgung gewährleistet sind? Für diesen Fall will der Bund jetzt vorsorgen und stellt ein Notfallkochbuch zusammen.

Aus Vorräten und Konserven kochen - ohne Strom und Leitungswasser. Wie das geht, soll ein Kochbuch verraten, an dem der Bund arbeitet (Bild: Roberto Pfeil/dpa)

Was, wenn ein Cyberangriff die gesamte Stromversorgung lahmlegt? Oder eine Naturkatastrophe in Teilen des Landes die Verbindung kappt? Im vergangenen Jahr reichte für den langwierigen und großflächigen Stromausfall in Berlin-Köpenick ein Missgeschick auf einer Baustelle.

Für solche Fälle will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Bürger rüsten - nun auch kulinarisch. Die Behörde stellt ein Notfallkochbuch zusammen, mit dem man sich und seine Familie auch während eines Ausnahmezustands mit Essen versorgen kann.

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Um Ideen für dieses ungewöhnliche Kochbuch zu sammeln, hat das Bundesamt einen Wettbewerb ausgeschrieben. Jeder, der ein nahrhaftes und leckeres Rezept parat hat, das ohne Strom und Leitungswasser auskommt, kann dies bis zum 31. Mai per Mail oder Post einreichen.

Auch ein Name wird noch gesucht, denn “Notfallkochbuch” ist lediglich der Arbeitstitel. Wann das namenlose Werk erscheinen soll, steht ebenfalls noch nicht fest.

Kein Leitungswasser und auch keine frischen Lebensmittel

Die Bedingungen für die Rezepte dem Thema entsprechend streng. Abgesehen davon, dass natürlich keine elektrische Kochplatten verwendet werden dürfen, ist auch Leitungswasser verboten. Denn, davon müsse man laut Bund ausgehen, bei Stromausfall bricht auch die Wasserversorgung ein.

Nur eiserne Vorräte sind erlaubt - wer weiß schließlich, ob Einkaufen noch möglich ist? (Symbolbild: Getty Images)

Auch der Gang zum Supermarkt soll in dem fiktiven Katastrophen-Szenario unmöglich sein - ob nun, weil ein Hochwasser den Weg abschneidet oder der Laden längst leergekauft ist. Erlaubt sind also nur die Vorräte, die das BBK für eben solche Totalausfälle empfiehlt. Dazu gehören Getränke, Getreide und Hülsenfrüchte, Reis und Nudeln, Fette und Öle und Milchprodukte.

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Natürlich sollen auch Obst und Gemüse vorrätig sein. Hierbei rät das BBK allerdings zu der Trocken- oder Dosenvariante. Die eisernen Vorräte sollen schließlich langfristig haltbar sein. Ei sollte demnach idealerweise in Pulverform gelagert werden.

Der Hauptgewinn? Ein Gasherd

Und schon wird es um einiges schwieriger mit den schmackhaften Rezepten. Um sicherzugehen, dass nur ernsthafte Vorschläge eingereicht werden, verlangt das BBK vorsorglich ein “Beweisbild” zu jedem Rezept. Die besten Ideen können übrigens auch Preise gewinnen. Unter anderem Gasherde, Topfsets und Flötenkessel - damit auch in der Apokalypse noch anständig gekocht werden kann.

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