Legionellen: Deshalb solltest du nach dem Urlaub alle Wasserhähne laufen lassen

Wenn Wasser lange in den Leitungen steht, können sich darin Bakterien vermehren. So kannst du einer Legionelleninfektion durchs Leitungswasser vorbeugen.

Wer nach einer Urlaubsreise nach Hause kommt, sollte alle Wasserhähne für mindestens drei Minuten laufen lassen. So kann einer Legionelleninfektion vorgebeugt werden. (Bild: Getty Images)
Wer nach einer Urlaubsreise nach Hause kommt, sollte alle Wasserhähne für mindestens drei Minuten laufen lassen. So kann einer Legionelleninfektion vorgebeugt werden. (Bild: Getty Images)

Sommerzeit ist Urlaubszeit! Zu Hause wieder angekommen, freut man sich nach einem langen Flug auf nichts so sehr wie eine ausgedehnte Dusche. Bevor man sich selbst ins kühle Nass begibt, einen Schluck Wasser aus der Leitung trinkt oder die Zähne putzt, sollte man das Wasser an allen Zapfstellen einige Minuten laufen lassen. Das rät einer Mitteilung von Ökotest zufolge das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS).

Legionellen und Legionärskrankheit: Was steckt dahinter?

Der Grund: Vor allem bei warmen Temperaturen ab 25 Grad Celsius vermehren sich vorhandene Legionellen im stehenden Wasser der Hausleitungen. Zu einer Infektion von Menschen kommt es dabei vor allem durch das Einatmen von feinsten Wassertröpfchen, weniger durch das Trinken von belastetem Wasser. Gelangen Legionellen in die Lunge, kann es zu einer Legionellen-Pneumonie (auch Legionärskrankheit genannt) kommen – Symptome sind neben der typischen Lungenentzündung auch Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall und Verwirrung. Auf die gängige Behandlung mit Antibiotika sprechen Patienten im Allgemeinen gut an, eine leichte Legionellen-Infektion (Pontiac-Fieber) heilt oft von selbst wieder aus. Dennoch gibt es bei vulnerablen Gruppen auch immer wieder Todesfälle durch Legionellen.

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Wasserhähne laufen lassen nach dem Urlaub: So macht man’s richtig

Wer länger als eine Woche nicht zu Hause ist, sollte während der Abwesenheit – falls möglich – den Hauptwasserhahn zudrehen. Bei der Heimkehr sollte der Speicher auf 70 Grad Celsius aufgedreht und alle Wasserhähne in der Warmwasserstellung für drei Minuten laufen gelassen werden. Wer z.B. in der Toilette nur Kaltwasser empfängt, sollte das Wasser so lange laufen lassen, bis sämtliches, sich durchs Stehen erwärmtes Wasser abgeflossen und das Wasser wieder spürbar kalt ist. Um kein Wasser zu verschwenden, können die abfließenden Mengen aufgefangen und als Gießwasser verwendet werden.

Extra-Tipp für Wohnungssitter

Wer für die Zeit seiner Abwesenheit einen Haus- oder Wohnungssitter engagiert hat, der beispielsweise die Blumen gießt, sollte ihn mit einer Extraaufgabe betrauen: Alle drei Tage sollte der Wasserhahn aufgedreht werden, so bleibt das Wasser in Bewegung. Zudem wird empfohlen, das Wasser zum Blumengießen an unterschiedlichen Zapfstellen abzufüllen, so dass nicht nur der Haupthahn benutzt wird. So wird das Wasser in einem großen Bereich der Versorgungsleitungen bewegt, die Vermehrung von Legionellen wird dabei erschwert.

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