Leinsamengel: Kennen Sie schon das Haargel für Locken voller Sprungkraft?

Claudia Enders
·Lesedauer: 4 Min.

Lockenköpfe kennen das: Für schöne definierte Locken brauchen die Haare auch die richtige Pflege! Dafür gibt es ein Wundermittel, das Sie mit wenigen Handgriffen selber zubereiten können: Leinsamengel. Wir verraten Ihnen, wie es geht!

Leinsamengel
Leinsamengel

Leinsamengel: Das Beauty-Mittel für Lockenköpfe

Wir lieben Locken – aber der Pflegeaufwand für schöne, definierte Locken kann schon manchmal sehr zeitaufwendig werden! Da wäre es doch genial, wenn es ein Mittel gäbe, dass die Locken pflegt, ihnen Form und Halt verleiht und dazu auch noch rein natürlich ist! So ein Mittelchen ist in der DIY-Szene längst bekannt: Aus Leinsamen lässt sich mit wenig Aufwand Leinsamengel herstellen, das in der Handhabung genauso wie ein herkömmliches Haargel funktioniert … und das ganz ohne Parabene, Duftstoffe oder Silikone auskommt! Dazu sind die Zutaten auch noch extrem günstig und Plastikverpackungen sparen wir auch noch ein … wenn das mal nicht danach klingt, es schnellstmöglich auszuprobieren!

Leinsamengel selber machen: Rezept und Anleitung

Geschrotete Leinsamen haben sich in der Ernährung als kleine Helfer erwiesen: Sie dienen dank ihrer Schleimstoffe als natürliches Hausmittel bei Verstopfungen (wichtig: dazu viel trinken) und sind dazu auch noch Lieferanten von Omega-3-Fettsäuren, Magnesium und Ballaststoffen. Aber auch für die Haare lässt sich aus den ganzen Kernen ein echtes Pflegemittel für die Haare herstellen: Mit wenigen Handgriffen kann daraus ein Haargel zubereitet werden, dass bei Curly Hair für Sprungkraft und definierte Locken sorgt. Dazu versorgt es die Haare mit Feuchtigkeit und gibt ihnen Halt.

Für das Leinsamengel brauchen Sie:

  • 30 Gramm Leinsamen (Hinweis: Achten Sie darauf, dass es sich um ganze Leinsamen und nicht um die geschroteten handelt. Außerdem: Möglichst Bio-Qualität verwenden.)

  • 250 ml Wasser (Hinweis: Bei sehr kalkhaltigem Leitungswasser sollte auf mineralarmes, stilles Wasser aus dem Handel zurückgegriffen werden.)

  • Nach Belieben können Sie noch1 bis 2 Tropfen ätherisches Öl (z. B. Rosenöl oder Lavendelöl) oder Aloe-vera-Gel oder Zitronensaft hinzufügen.

  • Nach Bedarf: ein paar Tropfen Haaröl (hierfür eignen sich z. B. Jojobaöl oder Arganöl).

Benötigte Utensilien:

  • Kochtopf

  • Feines Sieb

  • Kleine Schale

  • Löffel

  • Schraubglas (gereinigt und destilliert)

Anleitung:

  1. Kochen Sie Wasser und Leinsamen zusammen kurz in einem kleinen Topf auf.

  2. Reduzieren Sie anschließend die Hitze und lassen Sie die Masse für circa vier Minuten köcheln. Wichtig: Stetig dabei umrühren! Die Leinsamen sondern nun eine gelartige Substanz ab – das Rühren hält die Masse geschmeidig!

  3. Sobald das Leinsamengel die Konsistenz von Eiweiß erreicht hat, ziehen Sie den Topf vom Herd und geben das Gel direkt in ein feinmaschiges Sieb. Drücken Sie das Gel hindurch. Auch die Leinsamen sollten nochmals ausgedrückt werden! Fangen Sie das Leinsamengel in einer Schale auf.

  4. So stimmen Sie das Leinsamengel auf Ihre individuellen Bedürfnisse ab: Wenn Sie möchten, können Sie für einen angenehmen Duft noch ätherisches Öl unterrühren. Rühren Sie etwas Aloe-vera-Gel dazu, um zusätzlich Feuchtigkeit zu spenden. Optional können auch ein paar Tropfen Zitronensaft hinzugefügt werden. Dieser sorgt dafür, dass das Leinsamengel einen sauren pH-Wert bekommt und sich somit dem pH-Wert unserer Haare angleicht. Dieser beträgt 4,5 bis 5,5. Um den pH-Wert genau abzustimmen, können Teststreifen aus der Apotheke verwendet werden: Sie zeigen, welchen Wert das Gel hat.

  5. Das fertige Leinsamengel wird dann direkt in ein Schraubglas umgefüllt. Sobald es abgekühlt ist, sollte es im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Haltbarkeit: Im Kühlschrank ist das Gel ungefähr 14 Tage haltbar. Sollte es aber einen unangenehmen Geruch entwickeln, entsorgen Sie es vorher. Alternativ kann es auch in Eiswürfelbehälter eingefroren und je nach Bedarf aufgetaut werden.

Tipp 1: Die verwendeten Utensilien (Topf, Sieb etc.) nach der Herstellung des Leinsamengels direkt auswaschen – so lässt sich das Gel und die Leinsamen leichter entfernen.

Tipp 2: Die verwendeten Leinsamen lassen sich erneut für die Herstellung von Leinsamengel nutzen. Wenn sie im Kühlschrank aufbewahrt werden, können sie bis zu dreimal erneut verwendet werden.

Leinsamengel: Anwendung

  1. Führen Sie Ihre Haarwäsche ganz normal mit Shampoo und ggf. Spülung durch.

  2. Verwenden Sie anschließend je nach Haarlänge 1 bis 2 walnussgroße Portionen Leinsamengel, die sie zwischen den Handflächen verteilen. Halten Sie Ihr nasses Haar kopfüber (am besten über der Badewanne) und kneten Sie das Leinsamengel in die Locken. Alle Haarsträhnen sollten dabei etwas von dem Gel abbekommen. Kämmen Sie die Haare mit einer groben Bürste durch.

  3. Die Locken trocknen anschließend am besten an der Luft, alternativ eignet sich auch ein Föhn mit Diffusor. Der Gelfilm, der die Haare umschließt, wird nach dem trocknen fest: Keine Panik, das muss so sein! Um die Haare wieder weich zu bekommen, reiben Sie die Strähnen einfach zwischen den Fingern. Sie können aber auch ein Seidentuch oder Mirkofaser-Handtuch zu Hilfe nehmen: Legen Sie dieses über die Haare und kneten Sie die Haare anschließend sanft durch.

  4. Für samtweiches Haar, das zusätzlich gepflegt wird, lässt sich auch etwas Haaröl in den Locken verteilen: Dafür einfach ein paar Tropfen Haarpflegeöl zwischen den Händen verreiben und im Haar verteilen. Et voilà – fertig.

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Verwendete Quellen: natuerlich-lockig.de, utopia.de, lockenpflege.de