Lena Dúnham: „Damals habe ich meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt“

Lena Dunham hat ihre prägenden Jahre im Rampenlicht verbracht – mit nur 25 Jahren hatte sie die preisgekrönte HBO-Serie Girls kreiert, dort mit Regie geführt und selbst eine Rolle übernommen. Jetzt sprach sie offen über die gesundheitlichen Opfer, die sie gemacht hat, um diesen Erfolg und ein viel zu aktives soziales Leben in Einklang zu bringen.

Lena Dunham hatte bereits mit 25 ihren Durchbruch (Bild: Getty Images)

„Meine gesamten 20er setzte ich meine Gesundheit aufs Spiel“, sagte die 33-Jährige der Cosmopolitan UK. „Ich erinnere mich daran wie ich [während] der ersten Staffel von Girls mit den Jungs ausging und bis vier Uhr morgens feierte und dann um 9 Uhr morgens zur Arbeit ging und ablieferte aber es war wie: ‚Was wäre, wenn ich eine ganze Nacht lang schlafen würde und ich nicht das Bedürfnis hätte, mit jedem Tom, Dick und Harry, der mich fragt, in die Bar zu gehen, weil ich Angst hatte, nicht liebenswert zu sein?‘“

Und auch wenn sie anfangs mit dem schnellen Lebensstil mithalten konnte, begann dieser doch nach und nach Auswirkungen auf Dunham zu haben. Letztendlich begann sie Pillen zu schlucken, um damit klarzukommen.

„Das ist einer der Gründe, weshalb Medikamente für mich so ein Kinderspiel waren“, gestand sie. „Weil ich dachte ‚Oh, da gibt es eine Pille, die ich nehmen kann?‘“ 

Die gebürtige New Yorkerin erklärte, dass ihr Pillenmissbrauch nach einer Hysterektomie begann, der sie sich unterzogen hatte, um die Symptome ihrer Endometriose zu lindern. Sie hatte auch verschreibungspflichtige Medikamente gegen die Schmerzen aufgrund einer Fibromyalgie. Und schon nach kurzer Zeit half das, was sie gegen diese beiden Probleme nahm, auch bei der Linderung anderer Schmerzen.

„Ich erkannte, dass ich nicht nur wegen körperlicher Schmerzen Medikamente nahm. Ich nahm die Medikamente auch wegen emotionaler Schmerzen“, erklärte sie. „Und plötzlich verändern sie, besonders dieses Zeug, die Benzos [Benzodiazepine, eine häufige und stark süchtig machende Sorte von Medikamenten gegen Angstzustände] die Chemie im Gehirn und man ist nicht mehr man selbst. Man ist nicht mehr präsent. Man ist nicht mehr funktionsfähig.“

An diesem Punkt, als sie körperlich und mental Probleme hatte und obendrein auch noch öffentlich eine Trennung durchmachte, erreichte Dunham ihren Tiefpunkt. Sie sprach sogar darüber, dass sie sich damals das Leben nehmen wollte.

„Eines Tages sah ich mich um und ich lag in einem Bett in der Wohnung meiner Eltern unter zwei Decken, seit drei Tagen in demselben Schlafanzug und ich dachte mir: ‚Das bin nicht ich.‘ Ich war nicht selbstmordgefährdet. Ich fühlte nichts. Ich wollte einfach nicht mehr leben.”

Seit fast zwei Jahren ist Dunham nun clean – sie hatte einen Entzug gemacht und sich ihren Kompensationsmechanismen gestellt. Und jetzt fühlt sie sich nach einer langen Nacht unterwegs „klarer und fröhlicher“. Aber ihre Nüchternheit hat es ihr vor allem ermöglicht, ihrer Erkrankung und deren Auswirkungen auf sie mehr Aufmerksamkeit zu schenken. In einem Instagram-Post zum Ende letzten Jahres schrieb sie: „health is wealth“ (auf Deutsch: Gesundheit ist reichtum).

„Wenn ich richtig müde bin oder starke Schmerzen habe, liegt das daran, dass meine Krankheit wieder aufflammt und ich kann mich darauf konzentrieren“, sagte sie. „Selbstfürsorge kann bedeuten, sich unter einer Decke zu verstecken, aber es gibt einen Unterschied zwischen Selbstliebe und sich selbst von der Außenwelt abzuschotten. Wenn ich jetzt einen Tag unter der Decke verbringe ist das entweder, weil ich einen schlimmen Schub habe oder, wie ihr es hier sagen würdet, ich schlafe mich mal aus. Ich schließe die Welt nicht aus.“

Kerry Justich