“Lieber nackt als im Pelz": PETA verabschiedet sich von der legendären Kampagne

Antonia Wallner
Freie Autorin

Die Tierschutzorganisation PETA hat mit ihrer berühmten Anti-Pelz-Kampagne der Pelzindustrie immer wieder den Kampf angesagt. Nach 30 Jahren, in denen sich viele Stars ausgezogen und damit auf das Leid der Tiere aufmerksam gemacht haben, setzt die Organisation ab sofort auf einen anderen Claim.

Die Moderatorin Nova Meierhenrich positioniert sich für PETA mit diesem Motiv gegen Pelz. (Bild: Mayk Azzato / PETA Deutschland e.V.)

Im Jahr 1990 startete PETA mit der Rock-Band The Go-Gos die ikonische Plakatkampagne, in der Promis mit den Worten “I’d rather go naked than wear fur“ (“Lieber nackt als im Pelz”) nackt ein Zeichen gegen die Pelzindustrie setzten. Das Konzept ging auf. Immer mehr Stars unterstützten PETA bei ihrem Kampf gegen die Qualen, die Tiere im Sinne der Mode erleiden mussten.

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Darunter Sänger, Models, Schauspielerinnen und bekannte Entertainment-Gesichter. 1993 posierten die Top-Models Christy Turlington und Marcus Schenkenberg, gefolgt von “Basic Instinct“-Star Kim Basinger 1994.

Im Laufe der Jahre zogen sich viele Weltstars wie Pink, Tyra Banks, Eva Mendes oder Tommy Lee aus, um auf das Leid der Tiere aufmerksam zu machen.


“Ink not Mink“

Auch viele berühmte Sportler machten sich für die Tiere stark und zeigten unter dem Motto “Ink not Mink“ (“Tinte statt Pelz”) ihre Tattoos. Hier zum Beispiel NFL-Star Bret Lockett im Jahr 2017.


Es gibt auch Ausnahmen: Jennifer Lopez und der Super-Bowl-Eklat

Doch es gibt auch Stars, die gerne Pelz tragen. Superstar Jennifer Lopez zum Beispiel, die schon öfter von PETA deswegen angemahnt wurde. Neuester Eklat ist ihr Outfit bei der Halbzeitshow des diesjährigen Super Bowl am vergangenen Wochenende. Während ihrer Performance trug J.Lo ein riesiges Cape, das komplett mit bunten Federn bedeckt war. Die Federn formten eine gemeinsame Flagge der Länder Puerto Rico und USA. PETA verurteilte das Outfit scharf. Designer Versace reagierte auf die Kritik und versicherte, dass alle Federn nachhaltigen Ursprungs seien, ohne dass dafür Tiere gequält wurden.


“Für diese Flagge hätten keine Vögel sterben müssen.“

Großer Erfolg auch in Deutschland

Auch in Deutschland zogen sich bekannte Promis für die erfolgreichen PETA-Kampagnen aus. Darunter etwa Moderatorin Nova Meierhenrich, die Band “Die Toten Hosen“, Drag-Queen Olivia Jones, “Let‘s dance“-Moderator Jorge Gonzales oder Schauspielerin Eva Habermann.

Olivia Jones ließ für PETA die Hüllen fallen. (Bild: Carlos Anthonyo/PETA)

Die Pelzindustrie ist am Ende

PETA freut sich über den großen Erfolg der Kampagne. Laut der Organisation wurde inzwischen die letzte Pelzfarm in Deutschland geschlossen, viele führenden Luxusmarken hätten Pelze aus ihren Kollektionen verbannt und zahlreiche Länder hätten den Verkauf und Import der Tierhäute verboten. Sogar Queen Elizabeth II lehnt das Tragen von Pelz ab.

Eva Habermann: 'Make Love. Not Fur!' (Bild: Michael de Boer/PETA)

Letzte Kampagne Mitte Februar

PETA will sich nun verstärkt auf die Wolle- und Lederindustrie konzentrieren. Schon 2016 gab es dafür den neuen Slogan “I’d Rather Go Naked Than Wear Wool” (“Lieber nackt als Wolle tragen“) in der #WoolFreeWinter-Kampagne. Damals posierte Schauspielerin Alicia Silverstone hüllenlos für PETA. Das letzte Motiv der Anti-Pelz-Kampagne soll Mitte Februar 2020 zu sehen sein. Welcher Promi sich dieses Mal ausgezogen hat, ist noch nicht bekannt.

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