Livia: Ist das die Lösung gegen Periodenschmerzen?

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Manche Frauen brauchen jeden Monat Schmerzmittel, um einigermaßen mit ihrer Menstruation klar zu kommen. Mit Livia soll es ein Produkt geben, dass die Schmerzen ganz ohne Medikamente in Schach hält. So funktioniert das Gerät.

Ist Livia die Antwort auf die Menstruationsbeschwerden von Frauen? (Bild: Amazon)

Livia ist ein TENS-Gerät (Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation), das auf den ersten Blick einem iPod ähnlich sieht. Das Gerät gibt es in Türkis, Lila oder Pink. Daran befinden sich zwei Elektroden auf Pads, die Frauen dort auf den Bauch platzieren sollen, wo der Schmerz am größten ist. Das Gerät selbst befestigt man mit einem Klipp an der Hose.

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Die elektrische Stimulation soll den Regelschmerzen den Raum nehmen

Drückt man den Powerknopf, wird dadurch eine elektrische Stimulation aktiviert. Dort, wo sich die Pads befinden, kribbelt und zwickt die Haut ähnlich, als würde sie mit feinen Nadeln traktiert werden. Der Sinn dahinter: Das künstlich erzeugte Zwicken belegt sozusagen die Nervenbahnen, die Schmerzsignale an das Gehirn weiterleiten und blockiert sie für die Schmerzsignale der Regelbeschwerden. Ein Trick, der das Gehirn ablenken soll. Die Stärke der elektrischen Impulse kann man selbst über die Plus- und Minus-Taste steuern.

Der Hersteller verspricht auf seiner Homepage eine "sofortige Befreiung von Menstruationsbeschwerden ohne Medikamente“ (Bild: Amazon)

Keine Schmerzen, keine Medikamente

Der Hersteller verspricht auf seiner Homepage eine “sofortige Befreiung von Menstruationsbeschwerden ohne Medikamente“, doch ob und in welchem Umfang Livia wirklich hilft, ist umstritten. In manchen Berichten schreiben Testerinnen, ihnen hätte das Gerät nicht geholfen, bei anderen soll es zumindest an Tagen, an denen die Schmerzen nicht allzu groß waren, Wirkung gezeigt haben.

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Elektrostimulation ist ein bewährtes Mittel gegen Schmerzen

Dass Elektrostimulation Menstruationsschmerzen zumindest abschwächen kann, war auch das Ergebnis einer Studie der Universität von São Paulo, die schon 2015 im Fachmagazin “Neuromodulation“ veröffentlicht wurde. Allerdings nahmen daran nur 40 Frauen teil – zu wenige, um aussagekräftig zu sein. Zudem kam dabei nicht das Gerät Livia zum Einsatz. Fraglich, dass sich die Daten deshalb übertragen lassen.

Der Einsatz von TENS-Geräten generell ist in der Medizin nicht neu. Ärzte verschreiben sie Patienten mit chronischen Schmerzen schon seit Jahren. Solche Patienten bekommen die Geräte dann auf Rezept. Laut der Livia-Website liegt der reguläre Preis für ein Livia Kit bei 167 Euro. Ob es sich lohnt, sei dahingestellt. Laut der britischen “Huffington Post“ sollen in einer etwas größer angelegten Studie mit 163 Frauen ganze 80 Prozent angegeben haben, nach dem Einsatz von Livia gar keine oder sehr viel weniger Schmerzmittel mehr benötigt zu haben. Allerdings lässt auch diese Menge an Testerinnen keine repräsentativen Schlüsse zu.

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