Lockdown: Tierschützer fordern Lockerung des Fütterungsverbots von Tauben

Ann-Catherin Karg
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

In den Städten ernähren sich Tauben vor allem von Essensresten und Futter, das Passanten für sie ausstreuen. Dass das Lockdown-bedingte Weniger an Menschen auch ein Weniger an Futter für die Tiere bedeutet, ruft jetzt Tierschützer auf den Plan.

Weniger Menschen in der Stadt bedeuten weniger Futter für die Tauben. (Symbolbild: Getty Images)
Weniger Menschen in der Stadt bedeuten weniger Futter für die Tauben. (Symbolbild: Getty Images)

Tauben füttern kann ganz schön teuer werden. Weil die Tiere mit ihrem Kot öffentliche Plätze und Denkmäler beschmutzen und als potenzielle Krankheitsüberträger gefürchtet sind, ist das Füttern der Vögel in vielen Städten verboten. In Hamburg, Stuttgart und Braunschweig drohen Bußgelder von bis zu 5.000 Euro, in München, Köln und Dortmund liegt die Obergrenze bei 1.000 Euro und in Frankfurt am Main sind es immer noch 200 Euro.

Weniger Menschen in der City bedeuten weniger Futter für die Tauben

Da während des Lockdowns aber weniger Menschen in den Innenstädten unterwegs sind und damit zusammenhängend auch weniger Essensreste für die Tauben abfallen, verlangen einige Tierschützer nun die Aufhebung des Fütterungsverbots. Die Tierrechtsorganisation Peta weist in einer Mitteilung auf die aktuelle Ausnahmesituation hin, aus der "innerhalb kürzester Zeit eine akute Lebensgefahr für die Tiere" entstehen könne. 

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Explizit wurde die Stadt Bietigheim-Bissingen im Kreis Ludwigsburg aufgefordert, Fütterungen ausnahmsweise zuzulassen. Dieselbe Meinung vertritt auch der Deutsche Tierschutzbund Baden-Württemberg. Unter den gegebenen Umständen sei es notwendig, dass "etwa Tierschützer die Vögel kontrolliert und an speziellen Futterstellen versorgen dürfen", sagte eine Sprecherin.

Nicht alle Städte teilen die Empfehlung von Peta

Eine Forderung, der aber nicht alle Städte nachkommen wollen. Bei der Stadt Karlsruhe fürchtet man eind unkontrollierbare Zunahme der Taubenpopulationen, weshalb das Fütterungsverbot laut "Redaktionsnetzwerk Deutschland" abzulehnen sei. Unabhängig vom Lockdown würden Tauben in Karlsruhe wie in anderen Städten auch an eigens errichteten Taubenschlägen mit artgerechtem Futter versorgt. 

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Die Taubentürme dienen auch der Kontrollierung der Taubenpopulation. Dort abgelegte Eier werden entfernt und durch Eier aus Plastik oder Gips ersetzt. Diese Methode der nachhaltigen und tierschutzgerechten Kontrolle befürworten auch Tierschutzorganisationen wie Peta oder der Naturschutzbund Deutschland.

In Nürnberg ist Taubenfüttern ausnahmsweise erlaubt

Im Gegensatz zu Karlsruhe ist die Stadt Nürnberg während des Lockdowns aber tatsächlich dazu übergegangen, das Fütterungsverbot auszusetzen. Dem örtlichen Tierschutzverein wurde laut "Deutscher Presse-Agentur" gestattet, die Tauben an sechs Plätzen in der Stadt einmal täglich mit Körnerfutter zu versorgen. 

Neben Peta fordert auch der Deutsche Tierschutzbund die Kommunen auf, kontrollierte Notfütterungen während des Lockdowns zu erlauben. Außer in Nürnberg ist das laut der Pressesprecherin Lea Schmitz auch in Köln, Kiel und Braunschweig der Fall. Die meisten Kommunen hielten aber am Fütterungsverbot fest, sagte Schmitz.

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