Auch Männer leiden an postkoitaler Traurigkeit

Postkoitale Traurigkeit oder Müdigkeit ist ein tatsächlich existierendes Phänomen, von dem bislang angenommen wurde, dass es eher Frauen betrifft. Aber neue wissenschaftliche Erkenntnisse scheinen zu belegen, dass auch Männer ähnliche Gefühle empfinden können.

Das Gefühl von Melancholie läuft unter dem Begriff Postkoitale Dysphorie. Dies bedeutet, dass sich nach dem Sex mit einem Partner ein Gefühl von Traurigkeit, Irritation, Angst oder Sorge einstellt. Dies kann auch auftreten, wenn es sich um einen langjährigen Partner handelt.

Die Wissenschaft hat bereits belegt, dass das Phänomen bei Frauen auftritt, aber eine neue Studie fokussierte sich jetzt auch auf Männer. Mehr als 1.000 Männer wurden befragt und es stellte sich heraus, dass fast die Hälfte von ihnen (41 %) mindestens einmal im Leben bereits dieses Gefühl erlebt haben. 4 % gaben an, regelmäßig darunter zu leiden.

Männer erfahren nach dem Sex normalerweise eher positive Gefühle. Sie fühlen sich befriedigt und empfinden eine noch stärkere Verbindung zum Partner. Postkoitale Dysphorie verhindert diesen positiven Effekt und sorgt bei Männern dafür, dass sie nach Ablenkung suchen, sich unzufrieden fühlen und allein gelassen werden wollen. Bislang ist noch unklar, woher dieser Gefühlsausbruch kommt. Wissenschaftler haben sich bislang vorrangig mit Vorgängen während des Geschlechtsverkehrs und des Höhepunktes beschäftigt, aber wenig damit, was nach dem Verkehr im menschlichen Gehirn vorgeht.