Machen Parfüms und Duftsprays uns krank?

Anna Rinderspacher
Freie Journalistin

Sie tragen verheißungsvolle Namen wie “Moon Flower“, überraschen immer wieder aufs Neue mit gewagten Kombinationen wie Pfirsich-Sternanis und: Sie machen offenbar viele Menschen krank. Aber wie gefährlich sind Duftkerzen, Parfüms und Raumsprays tatsächlich für unsere Gesundheit?

Nicht jeder Mensch ist ein Fan von Parfüms (Symbolbild: Getty Images)

Netzhaut-Scans, Lichtschranken, Zugangscodes – wer einen Raum gegen unbefugtes Betreten wappnen will, greift heute meist zu ausgefallener Technik. Dabei gibt es eine sehr viel einfachere und günstigere Methode, um Eindringlinge abzuschrecken: ein herkömmliches Duftspray oder gegebenenfalls auch eine Duftkerze.

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Denn so intensiv sind die Duftstoffe von Drogeriemärkten, dass sie laut einer aktuellen Umfrage schon einkaufswütige Passanten aus Geschäften vertrieben haben. Einige der Befragten gaben sogar an, dass sie öffentliche Toiletten wegen des Geruchs der Seifen meiden würden. Für die Studie hat ein Forschungsteam der Universität Melbourne Menschen aus den USA, Australien, Großbritannien und Schweden befragt – mit erschreckendem Ergebnis: Rund ein Drittel der Befragten gab an, dass sie “gesundheitliche Probleme“ haben, wenn sie Duftstoffen ausgesetzt sind.

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Am häufigsten beeinträchtigt fühlten sich die Befragten durch Raumsprays und Deos (17,4 Prozent), parfümierte Wäscheprodukte aus einem Trockner (7,6 Prozent) sowie in Räumen, die kürzlich mit parfümierten Produkten gereinigt wurden (15,7 Prozent). Selbst die Nähe zu Menschen, die Parfüms tragen, löste bei 20,1 Prozent der Befragten offenbar Beschwerden aus.

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Diese reichen von Atemproblemen über Schleimhautbeschwerden, Migräneanfälle, Hautprobleme und Asthmaanfälle bis hin zu neurologischen Problemen. Rund zehn Prozent der Befragten gaben an, dass Duftstoffe am Arbeitsplatz sie schon einmal so beeinträchtigt hätten, dass sie einen Arbeitstag verpasst hätten.

Tatsächlich sind Duftstoffe nach Nickel der zweithäufigste Auslöser von Kontaktallergien. Und wir sind heute im Alltag viel mehr Duftstoffen ausgesetzt, als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Für einige Firmen gehören intensive Düfte sogar zum Markenkern ihrer Shops. Allerdings gelangen Partikel dieser Duftstoffe in unsere Atemwege, ähnlich wie bei Abgasen, Zigarettenrauch, Rauch in Diskotheken oder Heizungsluft – und können anscheinend im schlimmsten Fall Reizungen und Entzündungen auslösen.