Er mag mich. Er mag mich nicht – Wenn Verlustängste übermächtig werden

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Ein. Aus. Ein. Aus. Ein. Aus. Ich versuche es wegzuatmen. Dieses beklemmende Gefühl in der Brust. Das Kreisen meiner Gedanken. Den Schmerz vergangener Beziehungen. Das Gefühl, mich in etwas zu verrennen. Mich zu verlieren. Dich zu verlieren.
Lies dir nochmal den Chatverlauf durch! Siehst du? Es ist alles gut. Es ist wie immer. Er hat nur wenig Zeit.

Die Stimme in meinem Kopf versucht mich zur Vernunft zu bringen. Versucht mich auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Aber mein Bauch grummelt. Er grummelt stark und laut und ist einfach nicht zu überhören. Mein Herz schmerzt.
„Wieso kannst du das nicht? WIESO?“, poltert die Stimme in meinem Kopf.

„Er mag mich. Er mag mich nicht. Er mag mich. Er mag mich nicht“, setzt mein Herz dagegen.
Eigentlich sollte ich es besser wissen. Eigentlich wollte ich es besser machen. Mich nie wieder an einen Mann ketten. Unabhängig bleiben. Stark sein. Die Idealvorstellung einer selbstbewussten Frau, die lieben kann, aber ihre Liebe zu sich selbst nicht von einem Mann abhängig macht.

Aber dann bist du in mein Leben getreten, als ich mich gerade an das Alleinsein gewöhnt hatte und alles ist wie immer. Die Verlustängste sind schon omnipräsent bevor es mit uns überhaupt richtig angefangen hat. Was mit einem lockeren WhatsApp-Chat begann, fühlt sich plötzlich an wie Hochleistungssport.

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Bleib cool. Bleib gelassen. Schreibe einfach so wie früher. Spontan, ohne groß drüber nachzudenken!

Aber das ist leichter gesagt als getan. Minutenlang starre ich das Display meines Smartphones an und überlege, was ich schreiben soll. Ich möchte nicht anhänglich wirken, nicht bedürftig. Aber je mehr ich versuche, nicht so zu sein, desto mehr bin ich es.

Ich möchte nicht anhänglich wirken, nicht bedürftig. Aber je mehr ich versuche, nicht so zu sein, desto mehr bin ich es.

„Wieso kannst du es nicht einfach auf dich zukommen lassen? WIESO?“, tönt die Stimme in meinem Kopf.

Da erscheint eine neue Nachricht von dir auf dem Display und ich merke, wie sehr ich diese Nachrichten brauche – wie die Luft zum Atmen. Ich erinnere mich daran, wie perfekt unser letztes Treffen war und wie vertraut wir bereits miteinander sind. Ich muss daran glauben, dass es funktioniert. Dass du mich magst. Jetzt muss ich nur noch daran arbeiten, diesen Gedanken auch festzuhalten, wenn du gerade nicht bei mir bist, weil du noch ein Leben außerhalb unserer Beziehung hast – und ich eigentlich auch.

Ich sollte mich mit Freunden treffen, raus gehen und Spaß haben. Immer mit dem Gefühl, dass du da bist, wenn ich dich wirklich brauche. Dass du nicht einfach verschwindest, sondern mich fest in die Arme schließt, sobald wir uns wiedersehen. Dass alles ist wie immer. Dass du mich magst.

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