Manchester City gegen die Volksrepublik China: Der skurrile Streit zwischen Fußballklub und Weltmacht

David Kreisl
Sports Editor

Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua griff Manchester City, dass sich zur Saisonvorbereitung in China aufhält, mit harschen Worten an. Von Arroganz und Respektlosigkeit gegenüber den Fans war dort die Rede. Das will der Klub nicht auf sich sitzen lassen.

Pep Guardiola und Manchester City sehen sich in China mit harten Vorwürfen konfrontiert. (Bild: Getty Images)

“Die Liebe der chinesischen Fans für ManCity bleibt auf heimischem Boden unerwidert”, titelte die Nachrichtenagentur am Montag auf ihrer Homepage. Das ist durchaus bemerkenswert, so handelt es sich bei Xinhua schließlich um das nachrichtliche Sprachrohr der chinesischen Regierung.

Der Klub von Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola habe den Wusch gehabt, “Geldbeutel zu gewinnen, nicht Herzen”, eine “kommerzielle Verpflichtung” sei die Reise für die Skyblues, angegangen mit “Arroganz”. Die Ligarivalen Newcastle und Wolverhampton, die ebenfalls im Rahmen der Premier League Asia Trophy in China gastieren, hätten das Gastgeberland “mit höchstem Respekt und Würde” behandelt - und würden es “mit neu gefundenem Respekt und Fans verlassen. Manchester City verlässt China mit nichts davon.”

“Es ist weit weg von der Realität”

Vorwürfe, zu denen der Klub zunächst keine Stellung beziehen wollte - was dann aber Guardiola und Angreifer Raheem Sterling auf einer Pressekonferenz übernahmen. Der Trainer vermutet hinter dem Artikel “einen einzelnen Journalisten, der ein bisschen verärgert ist - ich weiß nicht warum”. Denn: “Es ist weit weg von der Realität.”

Von einer “unglaublichen Zeit in Shanghai” sprach Guardiola. “Nach Asien zu kommen und die Kultur zu erleben, das Essen - es ist großartig, neue Menschen kennenzulernen. Deswegen kann ich nicht wirklich verstehen, was da gesagt wird.”

Trotz oftmals erschwerter Bedingungen wegen der langen Reisen verhalte sich das Team vorbildlich, lobte der Trainer: “Meine Spieler haben mich beeindruckt.” Stürmer Sterling fühlte sich von der Agenturmeldung, die in England viel Wirbel verursachte, ebenso schlecht präsentiert: “Jedes Mal, wenn wir vom Training zum Hotel zurück gekommen sind, haben wir die Fans umarmt, Autogramme geschrieben und uns verabschiedet. Ich hatte das Gefühl, dass es eine sehr gute Verbindung gibt.”

Asien-Tour: ManCitys Restprogramm

Im Rahmen der Premier League Asia Trophy spielten die Citizens vergangene Woche zwei Testspiele gegen West Ham (4:1 in Nanjing) und Wolverhampton (2:3 n.E. in Shanghai). Nun zog der City-Tross weiter nach Hongkong, wo am Mittwoch gegen Kitchee getestet wird, ehe es am Samstag in Japan gegen die Yokohama F Marinos geht.