Mann nimmt drastisch ab: „Fremde werden von mir nicht mehr im Flugzeugsitz eingeklemmt“

Wellness Wins ist eine originale Yahoo-Serie, die inspirierende Geschichten von Menschen erzählt, die auf gesunde Weise abgenommen haben.

Ryan Lensman ist 180 cm groß und wiegt momentan 81 kg. Er entschied sich im Jahr 2017, Verantwortung für seine Gesundheit zu übernehmen, als er in der Notaufnahme im Krankenhaus landete und mit Diabetes diagnostiziert wurde. Dies ist die Geschichte seines Gewichtsverlusts.

Der Wendepunkt

Ich merkte, dass mein Gewicht ein Problem war, als ich auf die Mittelschule kam und wir zweimal jährlich ein Rennen über eine Meile absolvieren mussten. Zuerst joggte ich noch auf den Geraden und ging in den Kurven langsamer, aber mit der Zeit wurde sogar das schwer für mich. Mein Wendepunkt war, als ich Ende September 2017 mit Typ-2-Diabetes diagnostiziert wurde. Ich wurde aufgrund meines hohen Blutzuckers in die Notaufnahme geschickt. Ich hatte einen HbA1c (3-monatiger Blutzuckerdurchschnitt) von 10,7 und einen Zuckerspiegel in den 300en. Ich wusste, dass ich meiner Gesundheit zuliebe etwas ändern musste.

Ryan Lensman, hier vor seiner drastischen Gewichtsreduktion, entschied sich nach einem gesundheitlichen Warnschuss, sein Leben umzukrempeln (Foto mit freundlicher Genehmigung von Ryan Lensman)

Die Änderungen

Ich ließ alles weg, was ungesund war. Keine frittierten Sachen oder Fast Food mehr. Ich gab die Bacon-Cheeseburger auf. Ich achtete auf meine Kohlenhydrate und Zucker. Nach zirka sechs Monaten, in denen in jede Woche fast ein Kilo verloren hatte, entschied ich mich, zu den Weight Watchers zu gehen. Die Diät macht so viel mehr Spaß, weil man die App verwenden kann, um Lebensmittel zu scannen und zu sehen, wie viele Kalorien sie enthalten. Bei den Weight Watchers gibt es auch eine lange Liste mit „erlaubten“ Lebensmitteln, wie zum Beispiel Obst, Gemüse und gegrilltes Hühnchen. Als ich mit den Weight Watchers begann, war meine Diät ungefähr so kompliziert wie eine Wissenschaft. Aber es half, zu wissen, wie viele Punkte jedes Lebensmittel hatte und wie viele Punkte ich pro Tag habe.

Heute hat sich meine Ernährung gar nicht so viel verändert. Ich esse viel mageres Fleisch, wie gegrilltes Hühnchen und Pute, und ich esse fast jeden Abend einen Salat zu meinem Essen. Zum Frühstück esse ich das Weiße vom Ei, Griechischen Joghurt oder einen Apfel mit natürlicher Erdnussbutter. Als Nachspeise esse ich einen Obstteller oder einen zuckerfreien Pudding.

Am Anfang habe ich mich auf die Diät konzentriert und erst später mit Sport begonnen. Mein absolut bester Kauf war mein Fitbit. Dadurch habe ich gelernt, Bewegung zu lieben, obwohl ich Sport früher gehasst habe. Ich setze mir jeden Tag ein Schritt-Ziel und probiere alles, um das zu erreichen. Ich trage mein Fitbit immer noch täglich.

Am Anfang bin ich zu Trainingszwecken eine Meile (1,6 km) pro Tag gegangen. Am Ende habe ich dann schon sechs Meilen geschafft – auf den Tag aufgeteilt. Nach ein paar Monaten habe ich langsam begonnen, mit Gewichten anzufangen. Ich habe mir eine Gewichthebebank für mein Schlafzimmer gekauft, zusammen mit ein paar verstellbaren Hanteln, und habe begonnen, jeden Tag damit zu trainieren. Im Dezember 2018 bin ich dann endlich einem Fitness-Center beigetreten. Zuerst wollte ich jeden zweiten Tag ins Fitness-Studio gehen und dabei jedes Mal den ganzen Körper trainieren. Im Januar entschied ich mich dazu, mich auf das Gewichtheben zu konzentrieren. Seitdem hebe ich sechsmal pro Woche Gewichte und habe mich noch nie besser gefühlt.

Lensman vor und nach seinem Gewichtsverlust. (Foto mit freundlicher Genehmigung von Ryan Lensman)

Am Anfang hat es ein bisschen gedauert, bis die Pfunde zu purzeln begannen. Das war ein bisschen entmutigend, aber ich habe nicht aufgegeben. Es gab ganz viele Dinge, die meine Motivation aufrecht erhalten haben. Meine Freunde und Familie sind immer hinter mir gestanden, ich habe gesehen, wie die Zahl auf der Waage immer kleiner wurde, im Bekleidungsgeschäft wurde mir gesagt, dass die kleinste Übergröße zu groß für mich sei – der Gedanke, in normalen Kleidungsgeschäften einkaufen zu können, hat mich extrem motiviert. Lange Strecken gehen zu können, ohne völlig außer Atem zu sein, aber auch, dass ich mich nicht mehr für meinen Körperumfang entschuldigen musste.

Das Danach

Ich habe mich sowohl körperlich als auch geistig noch nie besser gefühlt. Ich kann jetzt joggen. Ich werde jede Woche stärker. Mein Selbstbewusstsein ist gestiegen. Als ich fettleibig war, hätte ich niemals auch nur daran gedacht, mich mit Frauen zu treffen. Ich lebte viel zu sehr in meinem eigenen Kopf und anstatt eine Abfuhr zu riskieren – von der ich damals zu 100 Prozent sicher war, dass sie kommen würde ­– probierte ich nicht einmal, Frauen kennenzulernen oder anzusprechen. Jetzt habe ich eine tolle Freundin, die die lange Wartezeit wert war.

Ich gebe offen zu, dass ich niemals geglaubt hätte, selbstständig abnehmen zu können. Ich dachte immer, ich würde eine Operation brauchen, um abzunehmen. Aber als ich einmal damit angefangen hatte, ging ich die Sache wissenschaftlich an und es wurde einfach eine Gewohnheit. Mich überraschen die kleinen Dinge immer noch. Wie zum Beispiel, dass ich im Fahrersitz sitzen kann und mit meiner rechten Hand um meinen Körper greifen kann, um den Gurt zu fassen. Oder dass ich keine Panik mehr haben muss, wenn ich auf einem Holzstuhl oder in einer Nische im Restaurant sitze. Ich muss auch eingeklemmt wird.

Nachdem er seine Essgewohnheiten geändert hatte, begann Lensman langsam, auch regelmäßig Sport zu treiben und jetzt trainiert er sechsmal pro Woche.

Das Beibehalten

Vor Kurzem habe ich mein Zielgewicht von 81 kg erreicht. Davor hatte ich probiert, meine Kalorienzufuhr auf zirka 1.500 Kalorien pro Tag zu beschränken. Aber jetzt, da ich mein Ziel erreicht habe, möchte ich mehr Muskeln aufbauen, weshalb ich meine täglichen Makronährstoffe erhöht habe.

Sportlich mache ich „Fasted Cardio“ Training in der Früh vor dem Fitness-Studio und normales Herz-Kreislauftraining nach dem Abendessen. Montag, Mittwoch und Freitag trainiere ich die Brust, Schultern und Trizeps. Dienstag, Donnerstag und Samstag trainiere ich Rücken und Bizeps. Die Beine trainiere ich zweimal pro Woche. Am Sonntag ruhe ich mich aus.

Portionskontrolle ist eine wichtige Angewohnheit. Das kann ich nicht genug betonen. Ich esse mich gerne an Salat satt und esse eher gesunde Fette als ungesunde. Und ich achte sehr auf meinen Zuckerkonsum.

Ich möchte sehen, wie weit ich beim Body Building komme. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich nie so aussehen werde, wie die Typen auf den Titelseiten von Fitness-Zeitschriften, aber ich will so gut in Form sein wie ich nur kann. Ich bin mehr denn je motiviert.

Die Schwierigkeiten

Die Waage ist mein schlimmster Feind geworden. Bevor ich etwas esse, denke ich darüber nach, was die Waage am nächsten Tag sagen wird. Lange Zeit bin ich jeden Tag auf die Waage gestiegen. Ich würde das nicht empfehlen. Es ist besser, sich einmal pro Woche um immer ungefähr dieselbe Zeit zu wiegen. Die Waage sollte nicht das Leben bestimmen.

Guter Rat

Ich weiß, es klingt wie ein Klischee, aber: Gib nicht auf und lass dich nicht entmutigen. Versuche, einen Weg zu finden, damit es Spaß macht. Wenn du einen Partner hast, dann bitte ihn oder sie, die Diät gemeinsam mit dir zu machen. Es ist nicht leicht. Das war eines der schwierigsten Dinge, die ich in meinem Leben gemacht habe, aber auch eines der lohnendsten Dinge. Ich habe so viel über mich selbst gelernt und meine Willenskraft ist stärker denn je.

Andie Mitchell