Maßnahme gegen Kundenansturm: Händler verzichten in der Coronakrise auf Rabattaktionen

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

In der Coronakrise dürfen wir trotz Ausgangsbeschränkungen noch einkaufen. Um große Menschenansammlungen und Warteschlangen an den Kassen zu vermeiden, verzichten einige Händler auf Rabattaktionen und sonstige PR-Maßnahmen.

Händler wie Globus, Rossmann und Müller wollen auf Rabattaktionen verzichten, um in ihren Geschäften allzu große Menschenansammlungen zu vermeiden. (Symbolbild: Getty Images)

Geschäfte für den täglichen Bedarf gehören zu den wenigen öffentlichen Einrichtungen, die in der Coronakrise offen bleiben dürfen. Die Folge ist ein größerer Ansturm auf die Märkte, als dies vielen Mitarbeitern und Kunden lieb ist. Um einen den Umständen entsprechenden Betrieb aufrechtzuerhalten, greifen einige Händler zu teils drastischen Maßnahmen.

Weniger Rabatte, weniger Kunden?

Viele Märkte versuchen über Einlassbeschränkungen den Kundenansturm im Zaum zu halten. Andere gehen einen Schritt weiter. Als Mittel der Wahl setzt sich gerade das Aussetzen von Rabattaktionen durch. Zu dieser Maßnahme hat sich auch der Baumarktriese Globus entschieden.

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Wer die Webseite des Konzerns besucht, wird mittels Pop-Up-Einblendung darüber in Kenntnis gesetzt, dass alle "Angebotspreise bis auf Weiteres nur im Online-Shop gelten". Ziel der Aktion sei, "in der aktuellen Ausnahmesituation Menschenansammlungen oder Warteschlangen zu vermeiden" und damit "Mitarbeiter und Kunden zu schützen."

Die Drogeriekette Rossmann verzichtet auch auf Printwerbung in Beilagen. (Bild: Getty Images)

Auch Müller hat alle Werbemaßnahmen gestrichen, zum Beispiel hat der Drogeriebetreiber seine Prospekt-Angebote auf Eis gelegt, wie man seiner Webseite entnehmen kann. Und Konkurrent Rossmann verkauft einem Bericht der Lebensmittelzeitung zufolge ab 30. März zwei Wochen lang keine Werbeplätze an seine Lieferanten. Davon betroffen sei die Printwerbung in Beilagen und andere Marketingmaßnahmen.

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"Die unerwarteten Umsatzentwicklungen haben unseren Mitarbeitern im Vertrieb einiges abverlangt", heißt es in einem Brief von Geschäftsführer Raoul Roßmann an die Industrie. Die Schulschließungen und die daraus resultierenden Personalengpässe hätten die Situation zusätzlich verschärft.

Wie reagieren die Kunden?

Kundenproteste dürften diese und ähnliche Aktionen nicht auslösen. Die Verbraucher achten in der aktuellen Krise ohnehin nicht auf die Preise. Es gilt vielmehr die Maxime, sich mit dem Allernötigsten zu versorgen und den Laden schnellstmöglich zu verlassen. Maßnahmen, die große Menschenansammlungen zu vermeiden und damit die Ansteckungsgefahr zu minimieren bestrebt sind, dürften daher im Sinne vieler Einkäufer sein.

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Ein Indiz dafür sind die überwiegend positiven Reaktionen von Internet-Nutzern auf Händleraktionen, die Solidarität und Fürsorge erkennen lassen, darunter #allefüralle (Kaufland), #gemeinsamgehtalles (Aldi Süd) und #aufunsistverlass (Rewe).

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